Kontrastprogramm am 1. Mai

Zwei Kundgebungen haben gestern in Zwickau stattgefunden. Dank großer Polizeipräsenz verlief der Feiertag friedlich.

Zwickau.

Rockmusik und politischen Reden haben die Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Montag auf dem Zwickauer Hauptmarkt bestimmt. Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit einem großen Aufgebot in den Nebenstraßen ab. Störungen blieben aus. Laut Zwickaus IG-Metall-Chef Stefan Kademann, der die Veranstaltung moderierte, kamen rund 2000 Besucher.

Kademann forderte gleichen Lohn für gleiche Arbeit und wetterte auf das, was die Menschen im Osten am meisten bewegt: die Wochenarbeitszeit. "Es kann nicht sein, dass wir im Osten drei Stunden länger arbeiten als die Menschen im Westen." Hauptredner war Oliver Greie, Verdi-Chef von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, der einen Kurswechsel in der Rentenpolitik forderte. Für DGB-Kreischefin Sabine Zimmermann war es die 25. Maikundgebung, die sie mit veranstalten durfte. Manch Besucher vermisste große Namen auf der Bühne. Wie Zimmermann erklärte, ist es in Wahljahren Usus, keine Politprominenz einzuladen, wie beispielsweise mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im Vorjahr geschehen. Der zog nicht nur viele Menschen aus dem Umland an, sondern auch etwa 100 Frauen und Männer, die dessen Rede massiv störten. Laut Polizeioberrat Alexander Beitz, Leiter des Zwickauer Reviers, blieb gestern alles ruhig.


Geschminkte Kinder sprangen durch die Reihen. Das Spielmobil "Ferdi" hatte für Spiele gesorgt. Manche Familie, die den freien Tag für einen Radausflug nutzte, ließ sich von der Musik anlocken. Zwei Bands sorgten für Stimmung zu Bier und Steak: Out of Tune spielten rockige Rhythmen, Yellow Umbrella Weltmusik und Reggae. Zum Abschluss tanzten die Zwickauer Cheerleader The Peaches. Und Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) warb für die Stadt Zwickau, die im kommenden Jahr 900. Geburtstag feiert, "eine Stadt, die für Weltoffenheit steht."

Am Vormittag hatte der Bundestagsdirektkandidat des AfD-Kreisverbandes, Benjamin Przybylla, zu einer Kundgebung auf den Kornmarkt geladen. Beobachter gingen von knapp 300 Teilnehmern aus, der Veranstalter gab gut 400 an. Unter den acht Referenten, die dort sprachen, waren Jürgen Elsässer, Chef des Magazins "Compact", und Pegida-Aktivist Michael Stürzenberger.

Im Vorfeld dieser Kundgebung war es zum Streit innerhalb des Kreisverbandes gekommen, der hatte Przybylla die Veranstaltung untersagt. Eine Aussprache dazu auf dem AfD-Kreisparteitag am Samstag in Glauchau fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wie der amtierende Kreischef Frank Forberg gestern mitteilte, ist stark anzunehmen, dass die AfD auf einen eigenen Direktkandidaten für die Bundestagswahl verzichten muss. Es habe heftige Kritik an Przybyllas Vorgehen gehagelt. (mit ael)

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