Marienstraße bleibt auf der Warteliste

Die Straße im Zentrum kann noch nicht saniert werden - unter anderem weil keiner weiß, was der Ministerpräsident mit dem Schocken-Kaufhaus plant.

Zwickau.

Der Ausbau und die Neugestaltung der Marienstraße und des Marienplatzes in Zwickau werden frühestens 2021 beginnen. Das erfuhr "Freie Presse" aus der Stadtverwaltung. Damit rückt die ursprünglich für das Jahr 2012 geplante Baumaßnahme immer weiter in die Ferne. Schon damals hieß es, dass sich Straße und Platz in einem schlechten Zustand befinden und speziell den Nutzungsansprüchen für Fußgänger nicht mehr gerecht werden.

Die damals für die Innenstadt zur Verfügung stehenden Fördermittel flossen unter anderem in die Sanierung der Galerie am Domhof und der Sakristei des Domes, wie Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses sagte. In einem neuen Förderprogramm für das Stadtzentrum ist neben der Marienstraße auch der Umbau des Gewandhauses eingeplant - letzteres mit Vorrang. Außerdem, so heißt es aus dem Rathaus, hätten die Stabilisierung und die Sanierung des Dom-Fundamentes die Straßenbauarbeiten bisher unmöglich gemacht. Auch während des Jubiläumsjahres "900 Jahre Zwickau" habe man die Straße nicht aufreißen wollen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat jetzt einen neuen Grund für die Verschiebung des Baus geliefert. Er hatte angekündigt, sich für die Wiederbelebung des Kaufhauses Schocken einzusetzen - das könnte auch Auswirkungen auf die Straße haben. "Mit Blick auf diese Entwicklung ist nach derzeitigem Stand die Umsetzung der Maßnahme in der Haushaltsplanung 2021/2022 eingeordnet", sagte Heike Reinke. Etwas früher könnte mit etwas Glück der Teilabschnitt zwischen Schwanengasse und Schumannplatz gebaut werden. Hier werde gegenwärtig geprüft, den Bau vorzuziehen. 2019 soll Geld für die neuen Planungen bereitgestellt werden. "Das könnte auch um ein Jahr verschoben werden", sagte Reinke. Dadurch soll ein kurzer Zeitraum zwischen Planung und Bau erreicht werden. Damit hat die Bauverwaltung schon ihre Erfahrungen gemacht. Erste Planungen erfolgten bereits 2010. 28.500 Euro sollten diese kosten. Tatsächlich mussten an das Ingenieurbüro 39.300 Euro überwiesen werden. Die Unterlagen sind heute nicht mehr verwendbar. Unter anderem haben sich Regelwerke für den Straßenbau und zur Gestaltung öffentlicher Flächen geändert.

Wie die Umgestaltung von Straße und Platz einmal aussehen wird, dazu will sich noch niemand äußern. Ebenso wenig zu den erwarteten Baukosten.

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