Museumsbesuch kostet wieder

Ab 1. Juni muss für Zwickaus städtische Einrichtungen Eintritt bezahlt werden. Die Besucher des Schumannhauses wären allerdings fast drumherum gekommen.

Zwickau.

Weil der Stadtratsfraktion der CDU nicht auffiel, dass es in Zwickau vier statt drei städtische Museen gibt, hätten sich die Besucher des Robert-Schumann-Hauses beinahe weiterhin über kostenlosen Eintritt freuen können. Während im Beschlusstext die Kunstsammlungen, die Priesterhäuser und die Galerie am Domhof namentlich aufgeführt waren, fehlte das Geburtstahaus des berühmten Komponisten dort. Noch schlimmer: Die von den Christdemokraten eingereichte Vorlage wurde im Finanzausschuss und anschließend im Stadtrat diskutiert und auch beschlossen, ohne dass der Fehler irgendjemandem auffiel.

"Natürlich haben wir alle vier Museen gemeint", beeilte sich Fraktionsgeschäftsführer Dirk Künzel nun zu versichern. Die Museen habe man der Internetseite der Stadt entnommen. Glück für die CDU und Pech für den Besucher: Da die Finanzverwaltung das Geld für eine neue Gebührensatzung sparen wollte, soll ganz einfach die Satzung, die bis zum 30. Mai 2013 galt, wieder in Kraft gesetzt werden. Und da steht das Schumann-Haus mit drin.

Für die Freunde der Zwickauer Museen ist damit ab dem 1. Juni nach dann genau drei Jahren die Zeit des kostenlosen Eintritts in die Kunstsammlungen, die Priesterhäuser, die Galerie am Domhof und das Schumann-Haus vorbei. Die Stadt muss nicht nur sparen, sondern auch die Einnahmen steigern. Museumsbesuche zum Nulltarif kann man sich da nicht mehr leisten, entschieden die Stadträte. 25.000 Euro soll das an Mehreinnahmen bringen - Grundlage für diese Rechnung sind die Besucherzahlen von 2013. Gleichzeitig ist es fraglich, ob sich die Museen auch weiterhin der zuletzt großen Beliebtheit erfreuen können. Zwischen dem 1. Juni 2013 und dem 31. Dezember 2015 wurden insgesamt 91.612 Besucher in den vier Einrichtungen gezählt. "Diese Zahlen sprechen dafür, dass ein eintrittsfreies Museum höhere Besucherakzeptanz genießt", sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei folgenden Zahlen: In den 18 Monaten vor der Einführung des kostenlosen Eintritts wurden genau 22.022Besucher gezählt. In den 18Monaten vor dem 31. Dezember 2015 waren es - ohne Gebühr - deutlich mehr als doppelt so viele: 49.667.

Größere Kosten kommen nach Auskunft aus dem städtischen Kulturamt mit der Wiedereinführung der Eintrittspreise nicht auf die Zwickauer Stadtkasse zu. "Zwar müssen zum Teil neue Eintrittskarten gedruckt werden", sagte Heike Reinke. Da für Führungen und Veranstaltungen in den Museen auch bisher Eintritt verlangt wurde, ist das Kassensystem allerdings noch vorhanden und funktionsfähig. Darüber hinaus waren die Kassenmitarbeiter auch in der Zeit ohne Eintritt am Eingangstresen präsent, um zum Beispiel Zugangskontrollen durchzuführen und den Museumsshop zu betreuen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...