Museumsführer: Von Experten getestet

Kindergruppenführungen gibt es schon lange im Horchmuseum. Seit dem Sommer erklärt ein Museumsbuch kleinen Besuchern Autohistorie - mit Infos, Spiel, Bastelei, Spaß. Die Macher hoffen, dass er nicht nur den Jüngsten gefällt.

Zwickau.

Er verrät Kindern, wo die gemütliche Verschnaufecke für die kleinen Geschwister ist, warum die ersten Trabis blühten und mit welchen Details zum F 9 man in der Schule so richtig klugscheißen kann. Der neue Kindermuseumsführer erklärt Neun- bis 14-Jährigen die Museumswelt an der Audistraße in Zwickau. Auf mehr als 40 Seiten liefert der jede Menge Informationen, geordnet entlang der Museumsroute und anhand eines Zeitstrahls, der sich über alle Seiten zieht. Drin gibt es aber auch ein Würfelspiel, Knobeleien und einen Bastelbogen für einen Audi 920 und Trabiwitze, über die selbst die Großeltern noch lachen dürften.

2000 Stück wurden im Sommer gedruckt. Laut Annett Kannhäuser, Sprecherin des August-Horch-Museums, ist der Verkauf - Stückpreis 12,50 Euro - bisher gut angelaufen. "Es ist ein Buch, das lebt, wie unser Museum auch", sagt sie und weiß, dass da viel Herz drin steckt.

Dafür gesorgt hat die Werbeagentur Format F, die Martina Franke führt. "Wir haben schon einmal ein Kinderbuch für eine Baufirma gemacht. Der Museumsführer war noch einmal etwas Besonderes", sagt sie. Erste Herausforderung dabei: der Bastelbogen für den Audi 920. "Das war ja auch für uns neu", sagt Martina Franke lachend und verrät, dass sämtliche Kinder und Enkelkinder der sieben Mitarbeiter probebasteln mussten. Und die Kritiker wurden ernst genommen. "Wir haben ihn nach diesen Tests etwas vereinfacht", verrät Illustratorin Kathrin Blume. Annett Kannhäuser ließ Sechstklässler am Sandberggymnasium das ganze Heft testen, auch danach wurden noch Änderungen vorgenommen.

Zweite Herausforderung: Es sollte, obwohl es eine benutzerfreundliche Ringbindung hat, auch ins Regal gestellt werden können. Auch dafür fand die Firma einen Kniff mit einem besonderen Buchrücken. Dritte Herausforderung: das Buch im Buch. Seiten aus August Horchs Tagebuch scheinen wie eingelegt. Wer sie liest, erfährt beispielsweise, warum der junge August Horch eines Tages Freundin und Hund stehen ließ ...

Erste Lobesbekundungen für das gelungene Werk veranlassten Martina Franke, sich der Konkurrenz zu stellen. Sie bewirbt sich mit dem Museumsführer um den Sächsischen Staatspreis für Design, der am 8. und 9. September in Dresden vergeben wird. Format F hat sich in der Kategorie Kommunikationsdesign beworben und steht da in Konkurrenz mit 62 weiteren Teilnehmern. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums liegen insgesamt 213 freigegebene und veröffentlichte Einreichungen von 144 Designern und Nachwuchsdesignern vor. Zu gewinnen gibt es insgesamt 50.000 Euro.

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