Neuer Besitzer will einfach weitermachen

Johnson Controls hat seine Batteriesparte verkauft. Für das Zwickauer Werk bedeutet das offenbar keine Veränderungen.

Zwickau.

Die Mitarbeiter des Zwickauer Batterieherstellers Johnson Controls können aufatmen. Ihre Arbeitsplätze sind auch nach dem Verkauf der Sparte Power Solutions offenbar sicher. Der neue Eigentümer halte am Standort Zwickau fest. Das jedenfalls betonte der Pressesprecher des Unternehmens, Christian Riedel. Er fasste die Entscheidung, die auch für die Chefetage in Hannover sehr schnell kam, so zusammen: "Wir machen einfach weiter".

In dieser Woche war bekannt geworden, dass sich der US-Konzern Johnson Controls künftig auf seine Kernkompetenz Gebäudetechnologien beschränken will. Daher wurde die komplette Batteriesparte für knapp 11,8 Milliarden Euro an kanadische Investoren unter der Führung von Brookfield Business Partners verkauft.

Eine Schließung des Zwickauer Werkes, in das seit seiner Gründung 2002 rund 100 Millionen Euro investiert wurden, sei "überhaupt kein Thema" und auch Entlassungen nicht zu erwarten, betonte Riedel. Die Auftragslage sei gut, die Auftragsbücher gefüllt, und das Werk sei in seiner Kapazität vollständig ausgelastet. Riedel widersprach auch den Befürchtungen, dass es sich bei dem neuen Arbeitgeber um eine "Heuschrecke" handelt, die nur darauf aus sei, soviel Geld wie möglich aus der Firma herauszuholen, und die einzelnen Standorte nach und nach fallen lasse. Vielmehr handele es sich um eine Art Pensionsfonds, der langfristig an einer guten Rendite interessiert sei.

Das Thema Zukunft von Johnson Controls in Zwickau hatte Anfang Juli schon einmal für Wirbel gesorgt, der den Konzern zu einem Dementi veranlasste und Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) in Erklärungsnot brachte. Damals hatte Sven Itzek (AfD) im Stadtrat wissen wollen, ob der Stadtverwaltung bekannt sei, dass sich der Konzern von seinem Standort an der Reichenbacher Straße trenne wolle, und wie man damit in der Verwaltung umgehe. Die Antwort der OB hatte damals überrascht. Sie hatte erklärt, dass das auch ihr Kenntnisstand sei und sie mit der Wirtschaftsförderung das weitere Vorgehen abgestimmt habe. Das hatte für erhebliche Unruhe bei den Mitarbeitern und in der Firmenzentrale in Hannover geführt. Das Dementi kam schnell. Allerdings wurde in der Vorstandsetage schon damals laut über eine strategische Neuausrichtung nachgedacht.

Itzek sieht seine damaligen Äußerungen nachträglich bestätigt. "Johnson Controls hat sich, mitsamt der Batteriesparte, tatsächlich von seinem Zwickauer Werk getrennt". Allerdings äußerte er sich auch zufrieden, dass es nicht wie im Sommer befürchtet zu einer Schließung des Werkes gekommen ist.

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