Orchester spielt mit Leidenschaft

Das 2. Sinfoniekonzert inZwickaus "Neuer Welt war überschrieben mit "Vollendet - Unvollendet". Einem vollendeten Ganzen kam der Konzertabend sehr nahe.

Zwickau.

Drei Kompositionen aus der unmittelbaren zeitlichen Nachbarschaft und dennoch so unterschiedlich im Charakter: Von der eindringlich emotionalen Spannung im romantischen Gestus eines Schuberts über die Leichtigkeit eines Hummels, hin zum energiegeladenem Steigern eines Beethovens. Vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau wurde das Konzert eröffnet und zu Ende gebracht von den Clara Schumann Philharmonikern Plauen-Zwickau, denn während des Konzertes erfolgte die Umbenennung des Orchesters ("Freie Presse" berichtete am Freitag).

Unter der einfühlsamen und mitreißenden Leitung von Leo Siberski wurde das Konzert am Donnerstagabend mit Franz Schuberts "Unvollendeter" eröffnet. Ein Wechselbad von Empfindungen zelebrierte das Philharmonische Orchester. Der schwer erkrankte Schubert komponierte die ersten beiden Sätze 1822. Düstere Klangfarben wechseln mit liedhaften Melodien in einer faszinierenden Dynamik und markanten rhythmischen Elementen. Dem Orchester gelang ein sehr aufwühlender Auftakt.

Unter neuem Orchesternamen wurde das Konzert fortgesetzt mit dem Grand Concerto für Fagott und Orchester von Johann Nepomuk Hummel. Als Solist konnte David Spranger gewonnen werden. Er begeisterte durch seine leicht anmutende, beseelte Tongebung und ein virtuoses Spiel. Großartig das gemeinsame Musizieren in geistvoll unterhaltender Eleganz von Orchester und Solist. Hummel war Schüler Mozarts und ein enger Freund Beethovens.

Mit der 7. Sinfonie Ludwig van Beethovens wurde der Konzertabend fulminant beendet. Beet- hoven schuf ein Werk voller Energieund Kraft. Von Satz zu Satz war eine Steigerung zu erkennen. Leo Siberski vermochte sein Orchester förmlich mitzureißen. Selbst die anfänglich schwachen Hörner brillierten am Ende des Werkes. Eindringlich der zweite Satz mit seinem fließenden Musizieren und rhythmisch akzentuierten, melodischen Bögen. Klar der dritte Satz - temporeich wurde diese Herausforderung gemeistert. Der vierte Satz war danndie Krönung. Einfach grandios wie dieses Orchester musizieren kann!

In einem Überschwang war das eine ganz große, energiefreisetzende Leistung. Schumanns Schwiegervater, Friedrich Wieck, ließ sich einst bei diesem Satz zu einem Urteil hinreißen - Der Beethoven ist verrückt. Und verrückt war es auch, wie die von Siberski herrschende Leidenschaft vom Orchester abgenommen wurde. Hochachtung!

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