Partnerstädte planen gemeinsames Musikprojekt

Die Chorvereinigung Sachsenring und der Janacek-Chor aus Jablonec nad Nisou werden sich mit der Aufführung des Oratoriums "Jan Hus" an den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich 900 Jahre Zwickau beteiligen.

Zwickau.

Die Zwickauer Musikfreunde dürfen sich im kommenden Jahr auf ein besonderes Erlebnis freuen. Am 26. Mai 2018 steht im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" das Oratorium "Jan Hus" von Carl Löwe auf dem Programm. Es war lange Zeit in Vergessenheit geraten und kam nur selten zur Aufführung.

Die Bedeutung der Reformation für die Stadt Zwickau und für Böhmen sowie die Beziehungen der Partnerstädte führten zu der Idee, aus Anlass der 900-Jahrfeier Zwickaus ein gemeinsames Projekt der beiden befreundeten Chöre in Angriff zu nehmen. Aber nicht nur die Muldestadt profitiert davon. Denn im Herbst 2018 soll das oratorische Werk auch in der Partnerstadt Jablonec erklingen. Daran beteiligt sind der Sachsenring-Chor, der Janacek-Chor, Mitglieder des Kinderchores der Pestalozzischule sowie Solisten aus beiden Ländern. In Zwickau wird das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau mitwirken, in Jablonec hingegen ein Orchester aus Tschechien. Bei den Konzerten stehen jeweils rund 150 Mitwirkende auf der Bühne.

"Wir freuen uns von ganzem Herzen auf die Realisierung dieses länderübergreifenden Vorhabens. Das Ganze passt auch recht gut in die Zeit und zum Ort. Einerseits war Jan Hus ein Reformator, der schon vor Martin Luther in Erscheinung trat und dessen Wirken in Europa weite Kreise zog. Auf der anderen Seite zählt der Komponist Carl Löwe zu den Zeitgenossen Robert Schumanns, starb nur sechs Jahre nach ihm", sagte Reinhold Stiebert, Vorstandsvorsitzender der Chorvereinigung Sachsenring. Anfang der Woche weilte eine Abordnung aus der Partnerstadt Jablonec in Zwickau. Ihr gehörte neben Bürgermeister Lukas Pleticha unter anderem Ivana Kopáckova, Vorsitzende des tschechischen Chores, an. Für sie ist dieses gemeinsame Konzertvorhaben eine gute Gelegenheit zur Vertiefung der Beziehungen beider Ensembles. "Musik ist immer etwas, das verbindet und auch ohne Kenntnis der jeweils anderen Sprache auskommt. Dieses Projekt ist dafür ein hervorragendes Beispiel", sagte der Gast aus Jablonec.

Die Tatsache, dass ausgerechnet das 1842 uraufgeführte Oratorium "Jan Hus" für das Gemeinschaftskonzert ausgewählt wurde, hängt sowohl mit der Lutherdekade, als auch der 600-jährigen Wiederkehr des Konzils von Konstanz zusammen. Das Werk schildert die Reise des böhmischen Reformators von Prag zum Konzil. Das verurteilte ihn 1415 als Ketzer zum Tode auf dem Scheiterhaufen, obwohl ihm zuvor freies Geleit zugesichert worden war. In der Folge kam es - ausgehend von Böhmen - zu schweren kriege- rischen Auseinandersetzungen, den verheerenden Hussitenkriegen.

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