Pöhlau: Einbahnstraße fällt durch

Wie der Bau des Gehweges an der Pöhlauer Straße in Zwickau aussehen wird, steht noch nicht fest. Nur in eine Richtung wird der Verkehr jedoch nicht rollen.

Zwickau.

Eine Vorzugsvariante für den Bau eines Fußweges entlang der Pöhlauer Straße zwischen dem Abzweig Reinsdorf und der Colombstraße gibt es trotz einer laufenden Diskussion seit 2010 noch immer nicht. Fest steht hingegen, dass die Baumaßnahme 2022 abgeschlossen sein muss. Und seit Montag ist auch klar, was dort nicht entstehen wird: eine Einbahnstraße. Die Zwickauer Stadtratsfraktion von SPD/Grüne/Tierschutzpartei hatte im September einen entsprechenden Prüfauftrag eingereicht. Da der Bau von Straße, Gehweg und Radweg rund 2,3 Millionen Euro kosten soll, hatte man in der Fraktion nach einer kostengünstigeren Lösung gesucht. "Verkehrsorganisatorische Maßnahmen haben bei den diversen Varianten, die uns vorgestellt wurden, keine Rolle gespielt", sagte Martin Böttger (Grüne).

Am Montag stellte der Leiter des Tiefbauamtes, Thomas Pühn, das Ergebnis des Prüfauftrages vor. "Eine Einbahnstraße würde nicht den rechtlichen Vorschriften entsprechen", sagte er. Anders ausgedrückt: Die Straße ist dafür nach den aktuell gültigen Vorschriften zu schmal. Dazu wird eine Fahrbahnbreite von mindestens drei Metern benötigt. Zusätzlich müssen Geh- und Radweg gebaut werden. Allein dafür sind fast zwei Meter Breite erforderlich. Es stehen insgesamt jedoch an der breitesten Stelle der Pöhlauer Straße lediglich 4,80 Meter zur Verfügung. "Auch parkende Autos müssen dabei beachtet werden", sagte Pühn. Auch die Arbeitsgruppe "Verkehrsorganisation" lehnte diese Regelung ab.

Ein weiteres Problem stellt laut Pühn der Linienbus nach Pöhlau dar. Der müsste auch weiterhin in beide Richtungen fahren. Für Martin Böttger stellt das kein Problem dar. "Das kann mit einer Ampel geregelt werden", sagte er. Allerdings befinden sich auf dem Teilstück auch vier Grundstücksausfahrten. "Wenn wir die Straße als Einbahnstraße anlegen, müssten auch Ampeln an den Grundstücksausfahrten angelegt werden", sagte Pühn. Die Fahrer können nicht erkennen, in welche Richtung der Verkehr fließt. Zudem würden die Ampeln die Kosten um rund 100.000 Euro in die Höhe treiben. Das jedoch wären nicht die einzigen zusätzlichen Kosten. "Die gesamte Beschilderung müsste weiträumig geändert werden", erklärte Pühn. Unter anderem müsste schon weit vor Pöhlau darauf hingewiesen werden, dass der Verkehr dort nur in eine Richtung rollt.

Inzwischen haben auch die Pöhlauer selbst bereits auf den Einbahnstraßen-Vorschlag reagiert. Dem Leiter des städtischen Tiefbauamtes ist eine Unterschriftenliste übergeben worden. Demnach lehnen etwa 300 Einwohner Fahrten in nur eine Richtung ab. Vor allem Gewerbetreibende hätten bereits Widerstand angekündigt.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Die Finanzierung des Wartungsweges, den unterhalb der Böschung entlang des Baches Fußgänger und Radfahrer während der Bauarbeiten nutzen sollen, ist gesichert. Die dafür geplanten 125.000 Euro stehen zur Verfügung. Mit dem Weg kann sich Böttger allerdings nicht anfreunden. Der stellt für ihn den größtmöglichen Eingriff in die Natur dar. Das sehen die untere Wasserbehörde sowie die untere Naturschutzbehörde anders. Wie Thomas Pühn sagte, könnten die beiden Behörden damit "gut umgehen".

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