Radsportler in Zwickau sollen neue Attraktion bekommen

Ein Sportverrückter sucht Sympathisanten für einen Pump-Track in Zwickau. Im Gartenamt wurde er bereits fündig.

Zwickau.

Jan Schäffer bezeichnet sich selbst als sportverrückt. Als Teenager hatte der Zwickauer ein BMX-Rad und ein Skateboard, heute fährt der 38-jährige Familienvater Motocross und Mountainbike. Bei einem Besuch in der hessischen Kreisstadt Eschwege entdeckte er ein Sportangebot für Jung und Alt, von dem er wie auch seine Kinder fasziniert waren: Pump-Track nennt sich das, ein Fahrradrundkurs, auf dem man sich, ohne in die Pedale zu treten, fortbewegt. Wellenreiten auf dem Rad sozusagen. Dabei nutzt man in den Erdwällen und -tälern den eigenen Körperschwung. So etwas braucht auch Zwickau, sagte sich Schäffer und hörte sich nach Geldgebern um. Die Stadtverwaltung steht dem Projekt schon mal offen gegenüber, informierte Rathaussprecher Mathias Merz.

Schäffer erklärt, dass er mittlerweile vier Sponsoren gefunden hat, die jeweils eine vierstellige Summe dafür geben würden. Er rechnet mit Kosten in Höhe von 100.000 Euro. "Die teuersten in Deutschland gebauten Strecken liegen bei mehr als 200.000 Euro", hat er mittlerweile herausgefunden.

Einen Fan hat er in Zwickau bereits gefunden: Ex-Oberbürgermeister Rainer Eichhorn. Dem gefiel das Sportangebot für Jedermann auf Anhieb, und er knüpfte den Kontakt zu Jörg Voigtsberger, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes.

Schäffers erster Plan, die Dirt-Bike-Strecke neben dem Skaterpark am Röhrensteg umzubauen, betrachtet man im Amt allerdings eher mit Skepsis. Bei der bestehenden Dirt-Bike-Strecke handelt es sich um einen Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden aus feinkörnigem Material, das die Verletzungsgefahr bei unvermeidlichen Stürzen trotz Erosion und Abrieb gering hält. Durchwurzelung und Verdichtung durch die Nutzer hätten die Einbauten mittlerweile ziemlich unverwüstlich gemacht.

Für das neue, laut Stadtsprecher Merz "interessante Angebot", sollten daher andere Flächen im Stadtgebiet in Betracht gezogen werden. Der finanzielle Aufwand, die Stadt rechnet mit 50.000 bis 100.000 Euro, kann ein wichtiger Faktor für die Standortwahl in einem Fördergebiet sein, heißt es weiter. Man stehe auf alle Fälle in Kontakt mit Schäffer.

Der Initiator, Betreiber eines Tuning-Shops in Zwickau, schätzt vor allem das Generationenübergreifende dieses Angebots. Er hat auf dem Kurs in Eschwege eine Zweijährige mit einem Laufrad ebenso gesehen wie einen betagten Mann mit seinem Trekking-Rad. Auch mit Inlinern, Tretrollern oder Skateboards sei der Kurs befahrbar. "Und das Fahren ist weniger gefährlich und gut für die Fitness," nennt Schäffer weitere Vorteile. Die Marienauer Dirt-Biker, die auf ihrem Gelände jetzt auch eine solche Spur angelegt haben, wissen, dass das Angebot ebenso interessant ist für geübte Radfahrer. Vorstandsmitglied Tim Stiegler: "Man kann darauf seine Fahrtechnik extrem verbessern."

Beim Pump-Track lehnt man sich am Scheitelpunkt der Welle ins Tal, um die Kraft für den nächsten Anstieg zu sammeln. Die Bewegungsdynamik ähnelt der beim Schaukeln oder Skaten auf ebener Bahn. Schwingungsverhalten, Körpergefühl, Kraftrichtungswechsel, Rhythmus - es ist ein anspruchsvoller und harmonischer Bewegungsablauf, heißt es im Gartenamt.

www.pumptrack-zwickau.de

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