Reinsdorfer feiern ihr Museum

Besucher haben am Sonntag letztmalig die Möglichkeit, die Sonderausstellung "70 Jahre Kreisbetrieb für Landtechnik" zu besichtigen - bei freiem Eintritt.

Reinsdorf.

Das Reinsdorfer Heimat- und Bergbaumuseum hat am Sonntag nicht nur das letzte Mal in dieser Saison geöffnet. Die Mitglieder des gleichnamigen Vereins wollen mit den Besuchern an diesem Tag außerdem das 20-jährige Bestehen des Museums feiern. Damit besteht Rathausmitarbeiterin Christiane Gündel zufolge letztmalig Gelegenheit, die Sonderausstellung "70Jahre Kreisbetrieb für Landtechnik" zu besichtigen. "Bei freiem Eintritt natürlich", sagt sie. Denn danach werde die Schau abgebaut. "Wir haben zahlreiche Leihgaben, die wir nun zurückgeben müssen", ergänzt Gündel.

Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos) kann sich noch sehr genau erinnern: "Am 9. Oktober 1999 wurde unser Heimat- und Bergbaumuseum im Gebäudekomplex des einstigen Morgensternschachts feierlich eröffnet." Und auch der jetzige Vereinschef Helmar Sittner, der im vergangenen Jahr erst in dieser Funk- tion Günter Aurich ablöste, blickt gern zurück. Sittner gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. So stand der steinerne Zeuge des Steinkohleabbaus 1997 vor dem Abriss. Einer, der dafür die Untersuchungen zu Umwelt und Bausubstanz machte, war Geologe Sittner. "In letzter Minute konnte aber das Abrissprojekt durch den Bürgermeister gestoppt werden", erklärt er weiter. "So bin ich zum Verein gekommen."

Das Museum bewahrt die Erinnerung an den "Lebensalltag der Menschen unserer Region für die Zukunft" und präsentiert die Geschichte des Bergbaus mit zahlreichen originalen Ausstellungsgegenständen, so Ludwig. Eine Vielzahl historischer Gegenstände, die heute unwiederbringlich verloren wären, konnten so für die Nachwelt erhalten werden. In den 20 Jahren des Bestehens hat der Verein die Ausstellung ständig erweitert und jährlich Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen organisiert. "Die Entscheidung, das Bergbauareal als Museumskomplex zu erhalten, war eine Sternstunde für unsere Gemeinde", stellt Ludwig klar. Er betont aber auch immer wieder, dass "ohne die unzähligen ehrenamtlichen Helfer die Kommune niemals ein so schönes und einzigartiges Museum hätte". Nicht ohne Grund: Denn die Vereinsmitglieder opfern nicht wenige Stunden ihrer Freizeit für die Pflege der Dauerausstellung sowie die Vorbereitung und Gestaltung von regelmäßigen Sonderausstellungen. Mit Beginn der Sanierung des Museums im Jahr 1998 konnten nach Darstellung von Sittner zahlreiche originale Ausstellungsexponate erhalten, bergbauliche Gerätschaften von der Wismut AG übernommen werden.

Mit dem Morgensternschacht II wurde der westliche und nördliche Teil des Grubenfeldes der Gewerkschaft aufgeschlossen. Aus diesem Schacht wurde von 1875 bis 1927 eine Gesamtmenge von 3,8 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert - ohne den entsprechenden Abraum auflisten zu können.

Das Heimat- und Bergbaumuseum in Reinsdorf, Pöhlauer Straße 9, ist am 27. Oktober von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für die Gäste und Besucher ist derEintritt anlässlich des 20-jährigen Bestehens frei.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...