Schnitzer Lindner wäre beinahe bei Thomas Gottschalk gelandet

Bis 9. Februar können Besucher der Parkschänke Wildenfels dem Limbach-Oberfrohnaer über die Schulter schauen. Zudem findet man dort zahlreiche Anregungen für seine Freizeit.

Wildenfels.

"Christian Lindner" steht auf dem Schild inmitten der Holzarbeiten im Obergeschoss der Wildenfelser Parkschänke. Jetzt schnitzt der auch noch? Christian Lindner aus Limbach-Oberfrohna, der einen Kittel trägt und kleine Tannenbäume aus Holzquadern schnitzt, winkt lächelnd ab. Er ist einer von fast 30 Ausstellern auf der Hobbyausstellung, die der Wildenfelser Heimatverein organisiert hat. Am Samstag wurde sie eröffnet.

Mit Politik wie sein Namensvetter, der FDP-Chef Christian Lindner, habe er eher nichts am Hut. Aber ins Fernsehen wäre er um ein Haar auch gekommen. Er war wegen der Namensgleichheit zu einer Sendung von Thomas Gottschalk nach Berlin eingeladen worden. Wie Lindners Frau verrät, musste er aber wegen einer Zahn-OP absagen.

Das wäre sicher ein Spaß geworden. Denn für Spaß sorgt der Schnitzer auch selbst gern auf Märkten. Ein wesentliches Utensil dafür stellt er auch in Wildenfels aus: eine aufrecht stehende Schlange. "Vorsicht! Schwarzhals-Speikobra" steht auf einem Schild davor. Im Freien führt er gern einen Schlauch ein, an dessen Ende eine große Spritze ist, die er betätigt, wenn jemand vorbei geht. "Manche quieken da richtig los", sagt der Schnitzer lachend.

Johannes Heyder, Chef des 32Mitglieder zählenden Heimatvereins, freute sich am Samstag über die Vielzahl der Aussteller und die erste Besucherresonanz auf diese Premiere. Auf die Idee gekommen waren die Vereinsmitglieder nach der erfolgreichen Ausstellung "Sammelleidenschaften" im Jahr 2018. "Wir waren auf der Suche nach etwas Neuem, und da kam die Idee mit der Hobby- und Kreativwerkstatt", so Heyder.

Die Vielfalt der Aussteller, die neben Wildenfels auch aus Mülsen und Zwickau kommen, ist reich: Gemälde, Töpferarbeiten, Wolltiere, Taschen aus alten Jeans, Beutel aus T-Shirts ... es gibt eine Menge zu sehen hier.

Die Zwickauerin Gitta Meichsner hat sich für einen Werkstoff entschieden, der Kreativen schier unerschöpfliche Möglichkeiten bietet: Papier. "Davon habe ich als ,Freie Presse'-Leserin immer reichlich zu Hause", sagt sie lachend. Doch auch Pakete oder alte Tapete finden bei ihr eine Zweitverwertung. "Ich werf' das nicht gern weg, also lasse ich mir etwas einfallen", sagt sie. Oberste Prämisse: Benutzbarkeit. So entstanden ganz individuelle Mappen, Blumenvasen, Geschenktüten, Notizbüchlein, Papierkörbe und selbst Schnur aus Papier, mit der die Kunstlehrerin sogar häkelt.

Die Hobbyausstellung in der Parkschänke Wildenfels, Parkstraße 14, ist noch bis 9. Februar samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr zu sehen.


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