Schöffen nehmen ihre Aufgabe gern wahr

35 Frauen und Männer, die seit mindestens zehn Jahren als ehrenamtliche Richter tätig sind, sind am Montag im Zwickauer Landgericht für ihr Engagement geehrt worden.

Zwickau.

Wenn sich Schöffen auf den Weg ins Gericht machen, liegt normalerweise eine verantwortungsvolle und nicht immer ganz einfache Aufgabe vor ihnen. Ganz anders am Montagnachmittag. Fröhlich und aufgeräumt hallten die Stimmen von 35 Schöffinnen und Schöffen durch das Gebäude des Zwickauer Landgerichtes.

"Wir nutzen den heutigen Tag, um langjährig als Schöffen tätige Frauen und Männer für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu ehren. Im Vorfeld sind 22 Zusagen zu dieser Dankeschönveranstaltung bei uns eingegangen, erschienen sind letztendlich sogar 35 Schöffen", freute sich Landgerichtspräsident Dirk Kirst. Nach seinen Worten sind an den beiden Zwickauer Gerichtsstandorten 145 Schöffen aktiv tätig. Die Wertschätzung, die das Schöffenamt seitens der sächsischen Justiz genießt, drückte sich am Montag auch darin aus, dass mit Staatssekretärin Andrea Franke eine Vertreterin des Justizministeriums zu diesem Termin aus der Landeshauptstadt angereist war. "Sachsenweit stehen unseren Gerichten 3529 Schöffinnen und Schöffen zur Verfügung. Erfreulicherweise gibt es seit Jahren immer genügend Frauen und Männer, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe stellen. Dafür sind wir sehr dankbar, denn ohne ihre Tätigkeit gäbe es unsere sächsische Justiz nicht", machte Franke deutlich.


Zu den mit einer Urkunde geehrten Schöffen gehörte auch Andreas Fiedler (53) aus Grünbach. "Obwohl es doch um schwerwiegende Entscheidungen geht, nehme ich diese Aufgabe gerne wahr. In den zurückliegenden zehn Jahren hat mich ein Fall besonders bewegt. Da ging es um Kindesmissbrauch. Trotzdem ist eine objektive Bewertung des Sachverhaltes natürlich oberstes Gebot", sagte er. Auch der 74-jährige Reiner Künzel aus Ebersbrunn konnte in den vergangenen zehn Jahren nach den Urteilssprüchen immer ruhig schlafen. "Da wir Schöffen ja als gleichberechtigter Richter am Urteil mitwirken, haben wir schon eine große Verantwortung. Das ist uns auch bewusst. Ein wenig Bauchschmerzen hatte ich lediglich in Fällen, bei denen es zu einem sogenannten Deal kam", sagte er.

Schöffen können nur deutsche Staatsbürger werden. Sie werden von den Kommunen vorgeschlagen und von einem Schöffenwahlausschuss ausgewählt. Diese Auswahl sollte ein Abbild der Gesellschaft darstellen. Deshalb spielen dabei auch Kriterien wie Geschlecht, Alter, Beruf und soziale Stellung eine Rolle. Zum Zeitpunkt der Aufstellung der Schöffenliste durch Städte und Gemeinden sollten die Bewerber nicht jünger als 25 Jahre und nicht älter als 70 Jahre sein. Eine Wahlperiode dauert fünf Jahre.

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