Schreibtischtäter sorgen bei Besuchern für wohlige Schauer

Um die 100 Liebhaber spannender Literatur hat es am Samstagabend zur 14. Kriminacht gezogen. Vier Autoren lasen auf Schloss Wildenfels und dem Mehrgenerationenhaus aus ihren Werken.

Wildenfels.

Ja, eine ordentliche Portion kriminelle Energie wohne irgendwie schon in ihr, ließ Claudia Puhlfürst am Rande der Kriminacht auf Schloss Wildenfels schmunzelnd durchblicken. "Aber die lebe ich nicht in der Realität, sondern als Schreibtischtäterin in meinen Büchern aus. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass hinter vielen Ideen reale Ereignisse stecken, die ich dann natürlich auf meine spezielle Art umsetze und zu Papier bringe", sagte die 56-Jährige.

Ausnahmen bestätigten die Regel. Das zeige sich an der Entstehungsgeschichte ihres jüngsten Werkes "Keiner kennt die Wahrheit." Noch bevor Claudia Puhlfürst die ersten Zeilen dazu niedergeschrieben hatte, lagen bereits einige Illustrationen hierzu vor. Die wiederum stammten von Ralf Axel Fichtner (67), ihrem Haus- und Hof-Illustrator. "Ich hatte ein paar Cartoon- und Bildergeschichten über ungeklärte Kriminalfälle gezeichnet und sie Claudia gezeigt. Zuerst wollten wir daraus einen Kalender machen, haben uns dann aber doch für ein Buch entschieden", so Fichtner. Einige Passagen daraus gab Puhlfürst am Samstagabend zum Besten.

Für die Kriminacht, die sie gemeinsam mit dem Freundeskreis Schloss Wildenfels auf die Beine gestellt hatte, konnte die Zwickauer Krimiikone noch drei weitere Autoren begeistern: Franziska Steinhauer, Wolfgang Schüler und Günther Zäuner. "Ich bin in Wildenfels Wiederholungstäter und komme immer gern hier her", sagte Letzterer. Der gute Ruf der Kriminacht im Schloss hat sich längst über die Grenzen der Region hinaus herumgesprochen. Zum Beispiel fanden Denise und Tobias Gerhard aus Cottbus nicht nur die Veranstaltung toll, sondern auch das gesamte Ambiente. "Wir sind übers Wochenende bei meinen Schwiegereltern zu Besuch. Während sie mit unseren beiden Kindern beim Marienthaler Fackelzauber sind, haben wir uns erstmals einen Abstecher zur Kriminacht gegönnt. Freunde von uns hatten immer davon geschwärmt. Völlig zu Recht, denn es ist wirklich eine rundum gelungene Sache", lobte der 36-jährige Brandenburger. Er bezog das nicht nur auf die Lesung, sondern auch auf den gastronomischen Vorgeschmack im Schlosskeller.

Dort hatten Mitglieder des Freundeskreises Schloss Wildenfels ein wahres Gruselmenü zusammengestellt. Unter anderem wurden "abgehackte Finger im Teigstück" serviert, was nichts anders war als ein Paar Wiener und ein Brötchen. Oder "verschlungener Dickdarm mit oder ohne Sekret". Hinter dieser Beschreibung verbarg sich eine harmlose Laugenbrezel, die wahlweise mit oder ohne Käsecreme aufgetischt wurde. "Es macht einfach Spaß, sich für simple Speisen einen Namen auszudenken, der zur Kriminacht passt. Und bei den Leuten kommt das an", verriet Freundeskreismitglied Francy Reuther.

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