Sportplatz wird Regenrückhaltebecken

Nachdem es für eine bloße Renaturierung keine Fördermittel gab, soll der Postsportplatz nun dem Hochwasserschutz dienen.

Zwickau.

Eine Mauer verdeckt entlang der Planitzer Straße gegenüber des Einkaufmarktes den Blick auf den ehemaligen Postsportplatz. Sehenswert ist er ohnehin nicht. Seit Jahren hat der Wildwuchs das alte Fußballfeld samt dem angrenzenden verfallenen Tennisplatz fest im Griff. Die wenigen verbliebenen Gebäude sind ein Fall für den Abrissbagger und zudem altlastenbehaftet, wie es aus dem Rathaus heißt.

Vor fünf Jahren war die Idee entstanden, das aus vier Flurstücken bestehende Areal zu renaturieren und sie so wieder nutzbar zu machen. Das Efre-Programm, mit dem das Handlungskonzept für die erweiterte Bahnhofsvorstadt finanziell untersetzt wurde, sollte es möglich machen. Was die Planer nicht bedacht hatten: es handelte sich weder um eine industrielle noch um eine gewerbliche, militärische oder verkehrstechnische Brache. Für eine bloße Renaturierung gab es über Efre kein Geld.

Jetzt hat die Stadt neue Pläne mit dem alten Gelände. Es soll zu einem "grünen Becken" werden. Im Rahmen des Hochwasserrisikomanagementplanes soll dort zum Schutz der Zwickauer Innenstadt vor Überflutungen von Planitzbach und Galgengrundbach ein Regenrückhaltebecken entstehen. Der Hochwasserschutzplan liegt derzeit noch im Landratsamt zur Bestätigung vor. Ist das Papier genehmigt, kann mit den Arbeiten begonnen werden. "Derzeit erfolgen vorbereitende Planungen zum Abriss der einsturzgefährdeten Gebäude", sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses. Für den Abbruch stehen Fördermittel aus dem Landesprogramm Brachflächenrevitalisierung zur Verfügung.

Veränderungen an den beiden Bächen sind nicht vorgesehen. Vor fünf Jahren gab es Überlegungen, den Galgengrundbach auf einer Länge von 150 Metern naturnah auf eine Freifläche zu verlegen. Davon ist keine Rede mehr. "Im Hochwasserrisikomanagementplan sind für den Galgengrundbach keine Offenlegungen von überbauten Gewässerabschnitten vorgesehen", sagte Heike Reinke. Im Bereich des Postsportplatzes verläuft der Bach bereits als offenes Gewässer.

Über die Geschichte des Postsportplatzes ist nicht viel bekannt. Die Stadtchronik erwähnt dessen Existenz nur einmal. Ab 1930 hat darauf der Postsportverein seine Heimspiele im Fußball ausgetragen. Die Kicker spielten in der Kreisliga. Bis in die 1980er-Jahre wurde der Platz für den Schulsport genutzt.


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