Stadträte tauschen Büro gegen Laufstrecke

Für einen neuen Spielplatz geht es am 25. August mit "Freie Presse" um den Schwanenteich. Heute vorgestellt: teilnehmende Kommunalpolitiker

Zwickau.

Fritz Binder muss nicht lange überlegen. Spendenlauf um den Schwanenteich? "Laufen ist sowieso meine Sucht", sagt der Rechtsanwalt, der für die FDP in den Zwickauer Stadtrat gewählt wurde. Er ist eines von fünf Ratsmitgliedern, die ihre Teilnahme zum Spendenlauf für den Kinderspielplatz Schwanenstadt fest zugesagt haben.

Binder hatte schon immer eine Nähe zum Sport, vor allem zum Fußball. Allerdings tauschte er den grünen Rasen irgendwann gegen einen Platz auf der Tribüne. Zwischen 2000 und 2007 war er Verwaltungsratsvorsitzender des FSV Zwickau. 2012 hatte er seine 105 Kilo satt. Er ging laufen und verlor 30 Kilogramm. Mehrfach im Jahr nimmt Binder an Halbmarathons teil, seine beste Zeit war 1 Stunde 46 Minuten - dabei gelten bereits 2 Stunden als sehr gute Zeit.

Beim Spendenlauf für die Schwanenstadt am 25. August geht es darum, möglichst viele Runden für den guten Zweck um den Schwanenteich zu laufen. Die Strecke ist 1,7Kilometer lang. Pro Runde kommen fünf Euro in die Spendenkasse, bezahlt entweder vom Läufer selbst oder von einem Sponsor, den er sich vorher gesucht hat. Die Zwickauer Energieversorgung (ZEV) springt für die ersten 200 Läufer als Sponsor ein und bezahlt jeweils die erste Runde.

Binder hat sich sechs Runden vorgenommen, ungefähr zehn Kilometer Gesamtstrecke. Andere Stadtratskollegen backen kleinere Brötchen. "Ein, zwei Runden reichen mir völlig", sagt Linken-Fraktionsgeschäftsführer Sven Wöhl. "Ich bin kein Ausdauersportler, für mich ist der Spendenlauf eine Quälerei für den guten Zweck." Dabeisein sei alles. "Es geht schließlich darum, mit kleinem Aufwand großes zu erreichen. Für einen Kinderspielplatz, bei dem noch ein paar Euro fehlen, dürfte es nicht das Problem sein, sich aufzuraffen." Wöhl macht grundsätzlich lieber Kraft- und Kampfsport. Begonnen hat er 2015, als er abnehmen wollte. 30 Kilo hat er seitdem verloren.

Auch das ehemalige Landtags-Schwergewicht Gerald Otto (CDU) schnürt die Laufschuhe. Knapp 140Kilo brachte Otto früher auf die Waage, bevor er vor einem halben Jahr mit dem Abnehmen anfing. Rund 50 Kilo sind seitdem gepurzelt. "Ich war sonst immer ein Laufmuffel. Durch mein Gewicht war ich nie fit und hatte keine Luft", sagt er. Seine ersten Jogging-Versuche endeten nach 300 Metern. Inzwischen läuft er jeden zweiten Tag zwei Kilometer. Beim Spendenlauf will er mindestens eine Runde schaffen. "Ich freue mich darauf. Nicht nur, weil es für eine gute Sache ist, sondern weil das meine erste Laufveranstaltung überhaupt wird."

Außerdem gehen aus dem Stadtrat Lars Dörner (Grüne) und René Hahn (Linke) an den Start. Die SPD-Fraktion bedauert: "Leider liegen beim Sport unsere Stärken eher beim Zusehen als beim Mitmachen."

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