Stadtvillen folgen alter Seilfabrik

Für das Quartier Große Biergasse/Johannisstraße zeichnet sich eine Lösung ab. Die Wewobau will das Areal kaufen und bebauen.

Zwickau.

Seit 2014 sucht die Stadt Zwickau nach einem Käufer und Investor für das Areal Große Biergasse/Johannisstraße in der Nordvorstadt. Interessenten gab es laut Stadtverwaltung einige, doch die seien alle wieder abgesprungen. Einer der Gründe dürften die chemischen Altlasten im Boden gewesen sein. Eine neue Ausschreibung im Jahr 2017 brachte dann den erhofften Erfolg: Die Westsächsische Wohn- und Baugenossenschaft Zwickau (Wewobau) reichte ein Angebot für die insgesamt 5810 Quadratmeter großen Grundstücke ein. Für reichlich 215.000 Euro würde der Großvermieter die Flächen, auf denen sich früher unter anderem eine Seilerei befand, kaufen. Der Plan: Auf dem Gelände sollen sechs viergeschossige Stadtvillen entstehen. Am 17. Juli soll der Finanzausschuss über den Verkauf entscheiden.

Der Vorstandsvorsitzende der Wewobau Mike Peters sieht in dem Areal einen idealen Wohnstandort. "Er liegt in Innenstadtnähe, unweit der Mulde und des Johannisbades." Vor allem jedoch: Es ist eine Wohngegend mit viel Grün. Mit dem Bau von Stadtvillen betritt die Wewobau Neuland. "Wir wollen neue Wege gehen, um vor allem junge Mieter zu gewinnen", sagte Peters. Der Neubau am Johannisbad sei dabei eine der Ideen. Als Baubeginn nannte Mike Peters das Jahr 2025. "Zunächst wollen wir unsere Bestandsgebäude auf Vordermann bringen", sagte er. Kurzfristig wäre ohnehin lediglich der Bau von vier Stadtvillen möglich. Das jedenfalls geht aus dem erteilten Bauvorbescheid hervor. Um alle Neubauten errichten zu können, werden noch zwei Grundstücke an der Max-Pechstein-Straße benötigt, die noch zwischen den nun zu kaufenden Flächen liegen. Die Wewobau wird sich selbst um den Erwerb der Grundstücke bemühen.

Die Zufahrt zu den Stadtvillen ist über die Johannisstraße geplant. Mit dem Kauf der städtischen Grundstücke erwirbt der Großvermieter einen Teil der Parkflächen für das Johannisbad. Da diese für die spätere Bebauung benötigt werden, wird die Wewobau unmittelbar neben der Zufahrt ebenso viele Stellflächen schaffen wie wegfallen.

Inzwischen ist offenbar auch die Frage der Altlasten geklärt. Seit Ende 2017 liegt ein vom Umweltbüro in Auftrag gegebenes Gutachten vor. "Im Ergebnis der Detailuntersuchung hat sich für Teilbereiche der Altlastenverdacht zwar bestätigt, jedoch sind diese Belastungen nicht auf die frühere Nutzung der Flächen zurückzuführen", sagte Rathaussprecher Mathias Merz. Auf dem Areal hatten sich eine Mineralölhandlung, eine Kfz-Pflege sowie eine Maschinenbaufirma befunden. Die Altlasten stammen jedoch fast ausschließlich von aufgefüllten Bodenmassen. Festgestellt wurde hauptsächlich Arsen, das jedoch in einer Tiefe liegt, die eine Gefährdung für Menschen ausschließt. Die Fachleute empfehlen bei der Neubebauung eine Kombination aus Beseitigung und Abdeckung der Schadstoffe durch neuen Boden. "Die Altlasten wurden bei der Ermittlung des Verkehrswertes angerechnet", sagte Merz. Der Wewobau seien die Altlasten und die notwendigen Maßnahmen bekannt.

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