Straße ist fertig, Knoten noch nicht

Seit Montagabend rollt der Verkehr auf der Neubautrasse der B 175 bei Mosel. Vorerst gibt es jedoch einige Einschränkungen.

Zwickau.

Nach etwa zwei Jahren Bauzeit war es am frühen Montagabend soweit: Der Verkehr auf der Bundesstraße 175 nordwestlich des Volkswagenwerkes rollt auf der Neubautrasse. Es ist im Grunde der frühere Streckenverlauf, auf einer Länge von etwa einem Kilometer nun jedoch vierspurig ausgebaut, mit Mittelstreifen und mit einer neuen, großzügigen Kreuzung versehen. Ebenfalls fertig ist die Zufahrt zum Volkswagen- und GKN Gelenkwellenwerk, die über eine neu gebaute Gemeindeverbindungsstraße gewährleistet wird. Für diese Zufahrt musste eigens ein acht Meter hoher Damm aufgeschüttet werden, dessen Stufen noch bepflanzt werden sollen.

Wie die Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Isabel Siebert, mitteilte, werde es in den nächsten Wochen weiterhin zu Einschränkungen kommen. "Es müssen jetzt die Anschlüsse von der ehemaligen Behelfsumfahrung an die Neubautrasse hergestellt werden", sagte sie. Außerdem wird der Bau einer weiteren Brücke über die Straße vorbereitet. Dazu muss der Verkehr auf der neuen Trasse etwa zwischen der Einmündung Glauchauer Straße und der neuen Brücke auf jeweils eine Fahrspur begrenzt werden.

Die Behelfsumfahrung, die während der Bauzeit den Verkehr in einem Bogen um die Baustelle herumführte, wird ab sofort nicht mehr benötigt. Die Trasse soll in einen Rad- und Wirtschaftsweg umgebaut werden.

Gearbeitet wird derzeit an der Einmündung der Glauchauer Straße in die B 175 (im Bild oben in der Mitte zu erkennen). Der Bereich soll umgebaut und an die neue Verkehrssituation angepasst werden. Die Ampel an dieser Stelle wurde außer Betrieb genommen. Sie ist künftig nur noch bei Notfällen oder Wartungsarbeiten im B-93-Tunnel aktiviert.

Verändert werden auch die Möglichkeiten der Zu- und Abfahrten auf die Bundesstraße. Wer aus Richtung Mosel an die Kreuzung heranfährt, kann dort künftig nur noch nach rechts abbiegen und in Richtung Glauchau weiterfahren. Von Glauchau aus ist ein Linksabbiegen in die Glauchauer Straße ebenfalls nicht mehr möglich. Dafür bietet die neu geschaffene Kreuzung die Möglichkeit des Abbiegens in alle Richtungen.

Mit der Freigabe sind die Bauarbeiten an der Bundesstraße noch lange nicht abgeschlossen. Im Herbst dieses Jahres rücken die Straßenbauer wieder an. Sie werden die stark verschlissene Fahrbahn in Richtung Glauchau unmittelbar ab Ende der Neubaustrecke mit einem neuen Oberbau versehen. Bis Ende des Jahres, so Isabel Siebert, sollen die Arbeiten an der neuen Bundesstraße 175 dann komplett abgeschlossen sein. Danach werde nur noch an den Radwegen und der Bepflanzung gearbeitet.

Die Radwege rund um das Neubauprojekt können allerdings erst fertiggestellt werden, wenn die alte Brücke, die bisher zum Volkswagen-Werk führte, abgerissen ist. Wann genau das passiert, steht noch nicht fest. Siebert grenzte den Zeitraum auf Herbst ein.

Später sollen dort zwei neue Brücken für Radfahrer und Fußgänger die Bundesstraße und die Bahnanlagen überspannen. Bis Ende 2019 sollen auch die Radwege komplett nutzbar sein. Restarbeiten, so Siebert, würden sich noch bis ins Jahr 2020 hinziehen. Zuletzt sollen die Pflanzarbeiten ausgeführt werden.

Beendet sind unterdessen die Arbeiten am Schäbigtbach, dessen Bett für die Baumaßnahme verlegt werden musste. Auch eines der beiden vorgesehenen Regenrückhaltebecken ist fertig, ebenso wie ein Stützbauwerk und mehrere Rampen.

Bereits im Jahr 2005 hatte das Straßenbauamt die ersten Pläne für den Umbau des Knotenpunktes vorgelegt. Die Kosten wurden damals mit 15 Millionen Euro angegeben. Der Eigenanteil der Stadt Zwickau betrug rund 2 Millionen Euro. 2011 wurde die Ausbauvariante aktualisiert. Mittlerweile war die Investitionssumme auf annäherend 18 Millionen Euro gestiegen. Der Zwickauer Rat stimmte einer Beteiligung mit 4,3 Millionen Euro zu.

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