Taufengel hängt bald wieder in Vielauer Kirche

Gemeinde unterstützt die Restaurierung der Skulptur mit 5000 Euro. Noch fertigt ein Schnitzer die fehlenden Teile.

Reinsdorf.

Die Restaurierung des 2013 auf dem Dachboden der Vielauer Kirche entdeckten hölzernen Taufengels geht allmählich dem Ende entgegen. Wie Christine Fester von der Peter-Paul-Kirchgemeinde sagte, soll die Erneuerung der Skulptur voraussichtlich im März/April beendet werden. Sie geht davon aus, dass der Engel wieder Gotteshaus aufgehängt wird. Details müssten aber noch im Kirchenvorstand besprochen werden.

"Gegenwärtig befindet sich der Taufengel bei einem Schnitzer in Thüringen, der unter anderem Flügel, Nase und Gewandteile nachschnitzt", erklärte Fester. Zuvor sei der Engel gereinigt worden. Begleitet wird das gesamte Vorhaben von der Restauratorin May Schoder. Die damit verbundenen Kosten werden unter anderem von der Gemeinde Reinsdorf getragen, die sich mit 5000 Euro beteiligt. Außerdem fließen Fester zufolge Gelder über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die zuständige Stelle des Landratsamtes.

Fachleute des Regionalkirchenamtes, des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen sowie des Kunstdienstes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens vermuten, dass es sich um einen Taufengel der qualitativ hoch bedeutenden westsächsischen Barockschnitzkunst handelt, die sich seit dem 17.Jahrhundert von Schneeberg ausgehend in der hiesigen Region etablierte. Taufengel kommen nach Darstellung der Experten vor allem in Dorfkirchen vor. Meist schweben sie - eine Taufschale in ihren Händen haltend - von der Kirchendecke. Mitunter handelt es sich auch um knieende oder stehende Skulpturen. Wie in diesem Zusammenhang die Restauratorin Schoder hinzufügte, besteht aus wissenschaftlichen sowie liturgie- und kulturgeschichtlichen Gründen ein großes Interesse an der Restaurierung. Es gehe letztlich darum, "dieses wertvolle Kulturgut für die nachkommenden Generationen zu bewahren".

Die Gemeinde Reinsdorf unterstützt solche Projekte nicht zum ersten Mal. Schon bei der Restaurierung von Altarfiguren aus der Reinsdorfer Jakobuskirche sowie aus dem Vielauer Peter-Breuer-Altar, der in den Zwickauer Kunstsammlungen steht, hat sich die Kommune finanziell an den Kosten beteiligt.

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