Trotz Zuzugs verliert Kirchberg Einwohner

Der Straßenbau bleibt großes Thema in der Stadt. Doch nicht nur damit soll die Kommune attraktiver für junge Familien werden.

Kirchberg.

Der Trend setzt sich fort: Nur 47 Geburten, aber 162 Sterbefälle. Trotz guten Zuzugs - 60Menschen sind mehr zugezogen als weggezogen - verliert Kirchberg weiter Einwohner. Im Januar waren es noch 8242 Menschen von einst fast 11.000. Für Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler) ein Grund mehr, nicht nachzulassen in Sachen Sanierung und Aufwertung der Stadt und ihrer Ortsteile. Zur Einwohnerversammlung am Dienstagabend im Festsaal des Rathauses stellte sie vor rund 40 Besuchern die Vorhaben für dieses Jahr vor und beantwortete Bürgerfragen.

Bei denen drehte es sich zumeist um Straßenbau. Unverständlich für die Kirchberger ist, dass so viele Nebenstraßen saniert werden, eine der Hauptstraßen aber - die Auer- bacher Straße - immer holpriger werde. Die Bürgermeisterin erklärte, dass die Stadt nur die Straßen reparieren kann, die ihr gehören. Und das sind nun mal die Nebenstraßen. Die Auerbacher Straße gehöre dem Freistaat. Obst zufolge wollte der die Straße in diesem Jahr auch reparieren, aber wegen der Vielzahl von Baustellen in und um die Stadt habe Kirchberg um Terminverschiebung gebeten. Offenbar wird der Straßenbau aber auch im nächsten Jahr nicht stattfinden. Wie die Bürgermeisterin erklärte, gilt die Auer- bacher Straße dann als offizielle Umleitungsstrecke, weil nach bisherigen Planungen die Bundesstra- ße 93 im Wilkau-Haßlauer Ortsteil Silberstraße gebaut werden soll. Obst zufolge wird das eine Zitterpartie. "Der Kanal unter der Straßen- decke am Brühl stammt aus dem Jahr 1895. Wir hoffen, dass der bis 2021 hält."

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Bis Ende Juni soll die Brücke an der Rosa-Luxemburg-Straße wieder befahrbar sein. Ab Juni wird die Burkersdorfer Straße gesperrt. In der Wiesenstraße beginnt in den Sommerferien eine Oberflächensanierung. In der Ernst-Schneller-Straße wird ab Juni gebaut. Bis November soll die Lengenfelder Straße fertig sein, schon Ende Mai die Schneeberger Straße. Von Juni bis September will der Landkreis auf der Dorfstraße in Wolfersgrün die Brücke an der Buswendeschleife reparieren. Am Mühlweg soll im Juni eine Vollsperrung wegen Neuverlegung von Gasleitungen beginnen. Die ursprünglichen Ziele der Stadt, in diesem Jahr die Scheringer und die Malzhausstraße in Ordnung zu bringen, mussten wegen fehlender Fördermittel verschoben werden.

Konsequent arbeitet die Stadt aber nicht nur am Aufbau, sondern auch am Abbau - dem von Schulden. Die waren wegen drei Groß- projekten (von Abwasserzweckverband, Wohnungsgesellschaft und der Stadt selbst durch den Bau der Mehrzweckhalle) 2015 auf 8,4 Mil-lionen Euro angewachsen. Zum Jahresende sollen es noch 6,5 Millionen Euro sein. Damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 805 Euro, 2015 lag sie bei 989 Euro. Und die Richtung bleibe: "Das ist für unsere Jugend ein wichtiges Zeichen", sagte Obst.

Erfreulich für die Bürgermeisterin: Die Zahl der Kinder steige ebenso wie die Zahl der in den Kinder- tagesstätten betreuten Kinder. Und an der Ernst-Schneller-Grundschule wird es in diesem Jahr wieder drei erste Klassen geben. Aus diesem Grund soll der Schulhort saniert werden. Außerdem soll es in diesem Jahr eine Frischekur für den Wolfersgrüner Jugendklub geben, der Spielplatz Clara-Zetkin-Straße ein neues Spielgerät bekommen und der fast fertige Spielplatz am Haus der Parität schon am 31. Mai eingeweiht werden. Ein weiteres Vorhaben der Stadt, das jetzt vorangetrieben werden soll, ist die Sanierung der Mehrzweckhalle. Ein 1,6-Millionen-Euro-Projekt, von dem alle Generationen profitieren dürften.


Weniger Babys

Mehr Kinder besuchen die vier Kitas der Stadt, die über 529 Plätze verfügen. Derzeitige Auslastung: 92 Prozent. Allerdings besuchen auch Auswärtige die Kitas der Stadt. (upa)

Jahr201720182019

Kinder462481489

Die Zahl der in Kirchberg lebenden Kinder wächst.

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Kinder737724739

Die Geburtenzahlen sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Jahr201720182019

Geburten676547

davon im Asylprojekt

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