Wahlausschuss lässt Poggenburg-Partei zu

568 Kandidaten bewerben sich um die 98 Sitze im neuen Kreistag. Erstmals überhaupt darf die AfD- Abspaltung AdPM zu einer Wahl antreten.

Zwickau.

Zum ersten Mal überhaupt darf die Poggenburg-Partei Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland (AdPM) bei einer Wahl antreten. Am 26. Mai wird die AfD-Abspaltung zur Zwickauer Kreistagswahl in 13 der 14 Wahlkreise antreten. Nur im Wahlkreis Mülsen-Reinsdorf stellt die Partei keinen Kandidaten. Das hat der Kreiswahlausschuss am Freitagnachmittag bestätigt. Die AdPM hatte in den besagten 13 Wahlkreisen jeweils mindestens 18 gültige Unterstützungsunterschriften gesammelt. Allerdings darf die Partei auf den Stimmzetteln ihr Namenskürzel AdPM nicht verwenden.

Laut Kreiswahlleiter Uwe Bretschneider handelt es sich dabei um ein rechtliches Problem: Die AdP hatte nach einer Klage der AfD gegen die Namensbezeichnung den Namenszusatz "Mitteldeutschland" angenommen, erweiterte das Kürzel auf AdPM. In der Landessatzung ist das offenbar schon vollzogen worden, in der Gründungssatzung des Dachverbands aber noch nicht. Deshalb müsse man laut Bretschneider auf den Stimmzetteln auf das Kürzel komplett verzichten. Beispielhaft sagte Bretschneider: "Wenn der Sohn Fritz heißt, kann ich ihn nicht Kai nennen."


Nach AdPM-Angaben will man außer in Zwickau nur noch im Landkreis Meißen zur Wahl antreten. Ob dort ebenfalls die Zulassung erfolgt ist, war bis Freitagabend unklar.

Abgesehen davon bewerben sich mit 568 Kandidaten exakt 100 Personen mehr um die 98 Kreistagssitze als 2014. Die meisten Kandidaten mit 146 schickt die CDU ins Rennen. Die Linke bietet 78 Bewerber auf, die Freien Wähler 71, die SPD 69, die AfD 63, die FDP 77, die Grünen 37, die AdPM 13 und die NPD 14.

Von den eingereichten 571 Bewerbern schloss der Kreiswahlausschuss drei aus. Je ein Kandidat von CDU, SPD und FDP hatte es versäumt, rechtzeitig bis Donnerstagabend die nötige Einverständniserklärung einzureichen. Vertreter von SPD und FDP verwiesen darauf, dass sie die betroffenen Personen zwar dazu aufgefordert hätten, aber keine Reaktion erfolgt sei. "Dann ist es auch gut so", sagte der Zwickauer FDP-Stadtverbandschef Fritz Binder.

Verglichen mit 2014 weist die AfD mit 473 Prozent den höchsten Zuwachs an Kandidaten auf, von elf auf 63 Bewerber. Martin Schöpf, der bis zur Auflösung im Februar den Fraktionsvorsitz innehatte, tritt nicht mehr an. Dafür kandidiert für AfD unter anderem Petra Lorenz, die 2014 für die Liste der Grünen in den Reinsdorfer Gemeinderat gewählt worden war.

Auch bei den Freien Wählern gibt es eine bemerkenswerte Personalie. Dort tritt unter anderem die Zwickauer CDU-Stadträtin Christiane Drechsel an, die von der CDU nicht mehr für die kommende Stadtratswahl nominiert worden war.

Auch die Ortschefs sind auf den Kreistagslisten gut vertreten. 23 von 33 Bürgermeistern und Oberbürgermeistern sind auf den Listen zu finden. Die meisten (zwölf) treten für die CDU an, die Freien Wähler schicken acht Bürgermeister ins Rennen. Aus Zwickau bewirbt sich die komplette Verwaltungsspitze um einen Sitz im Kreistag, also neben OB Pia Findeiß für die SPD kandidiert auch Finanzbürgermeister Bernd Meyer für die Linke und Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU).


Das Kandidatenfeld in Zahlen

Zuwächse: Zwar gibt es 100 Bewerber mehr als 2014, das liegt aber nur an vier Parteien. Die AdPM ist mit 13Kandidaten erstmals dabei, den höchsten Zuwachs verzeichnet die AfD mit 63 statt vorher elf Kandidaten. Die CDU schickt 146 statt 104 Bewerber ins Rennen, die Freien Wähler 71 statt 56. Weniger Kandidaten stellen die Linken (78 statt 83), die SPD (69 statt 77), die FDP (77 statt 83) und die Grünen (37 statt 40).

Alter: Das jüngste Kandidatenfeld gehört der AfD. Das Durchschnittsalter liegt bei 48,3 Jahren, gefolgt von der SPD (48,8 Jahre), der FDP (49,6 Jahre) und der AdPM (49,8 Jahre). Die ältesten Kandidaten kommen von den Linken (56,8 Jahre).

Frauenanteil: Die höchste Frauenquote weisen mit 36 Prozent die Linken auf. Danach folgen die SPD (26Prozent), die CDU (25 Prozent), die AdPM (23 Prozent), die FDP (21Prozent), die Grünen (19 Prozent), die Freien Wähler (17 Prozent), AfD (14 Prozent) und NPD (7 Prozent).

Wähler: Die Anzahl der Wahlberechtigten ist um 7000 auf 272.000 gesunken. Es gibt auch nur noch 257 statt vorher 272 Wahlbezirke. (ael)

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