Werksverkauf in Wilkau-Haßlau: Haribo bereit, mit Katjes zu verhandeln

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Nach der Schließung des Werkes in Wilkau-Haßlau ist der Goldbärenhersteller im Gespräch mit potenziellen Interessenten - auch dem Konkurrenten will man sich nicht verschließen

Wilkau-Haßlau/Grafschaft.

Nach der Ankündigung des Süßwarenherstellers Katjes, eine Übernahme des stillgelegten Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau zu prüfen, zeigt der Goldbärenhersteller offenbar Bereitschaft, mit dem Konkurrenten darüber zu reden. Gegenüber der "Lebensmittelzeitung" erklärte ein Haribo-Sprecher: "Es gibt für einen Verkauf einen klar definierten, in der Wirtschaft üblichen Prozess, der bereits mit einigen seriösen Interessenten begonnen hat." Der Firmensprecher fügte hinzu: "Wir sind gerne bereit, auch mit Katjes in diesen Prozess einzusteigen."

Wie das Branchenfachblatt berichtet, schöpft Haribo auch nach der Werkschließung in Wilkau-Haßlau im Landkreis Zwickau seine Produktionskapazitäten offenbar aktuell nicht aus. Ein Unternehmenssprecher hatte Ende Januar auf Anfrage der "Lebensmittelzeitung" erklärt, dass der Hersteller zwar "trotz der derzeitigen Lage zufrieden mit der Geschäftsentwicklung" sei. Es sei aber dennoch notwendig, "die Auslastung unserer Produktionsstandorte in Deutschland an einzelnen Tagen zu drosseln". Dies geschehe "derzeit punktuell und beschränkt sich auf wenige Tage". Das Blatt schreibt, dass sich bei Haribo zuletzt die Auswirkungen eines Preiskampfes mit Edeka und Lidl bemerkbar gemacht hätten. Zudem träfen den Hersteller mit Sitz in Grafschaft (Rheinland-Pfalz) die branchenweiten Schwierigkeiten außerhalb des Lebensmittelhandels hart. So liege wegen der Coronapandemie etwa das Geschäft mit Bahnhofs- und Flughafenläden "praktisch bei null", heißt es in dem Beitrag.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Katjes eine Übernahme des Werkes prüfe. Er habe in der vergangenen Woche "viele gute und intensive Gespräche" mit der Katjes-Geschäftsführung geführt. Katjes bestätigte daraufhin ein grundsätzliches Interesse. Voraussetzung sei, dass eine Produktion vegetarischer Süßigkeiten in Wilkau-Haßlau überhaupt möglich sei, sagte eine Sprecherin der Firma mit Sitz in Emmerich (NRW). Man könne noch nicht sagen, wann eine Entscheidung fallen werde. Haribo hatte Ende 2020 die Produktion in Wilkau-Haßlau eingestellt - seinem einzigen Werk in Ostdeutschland. Davon sind rund 100 Beschäftigte betroffen.

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