Zukunftstechnik aus dem 3D-Drucker

Volkswagen Sachsen hat ein neues IT-Zentrum in Zwickau eingeweiht. Dort arbeiten schon jetzt 65 Spezialisten aus fünf Nationen.

Zwickau.

Zur Instandsetzung von Fahrzeugen braucht der Mechaniker meist beide Hände. Doch bei der modernen Technik kommen auch versierte Fachleute nicht ohne Handbuch aus. Bei Volkswagen will man das Problem jetzt digital lösen: mit einer modularen Datenbrille. Einmal aufgesetzt werden der entsprechende Text oder ein Film zur Anleitung in der Brille angezeigt, ohne dass der Mechaniker seine Arbeit unterbrechen muss. Auch Rat von einem anderen Kollegen kann man sich auf diese Weise holen - selbst dann, wenn der gerade in Australien ist.

Doch das ist nur eines von zahlreichen Projekten, die im Innovation Lab des neuen IT-Zentrums von Volkswagen Sachsen entwickelt werden. Am Freitag wurde es in Zwickau offiziell eröffnet. Innovation Lab bedeutet soviel wie Ideenschmiede. Die Datenbrille entwickeln die IT-Fachleute gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule. Die ersten Prototypen sind gerade mit einem 3D-Drucker hergestellt worden.

Im neuen IT-Zentrum wurden die drei bisherigen Standorte, die teilweise noch in Containern untergebracht waren, unter einem Dach an der Schubertstraße zentralisiert. "Die Informationstechnologie durchdringt alle Lebens- und Produktionsbereiche", sagte Dirk Coers, Geschäftsführer Personal und Organisation. Daher erhöhe man mit der Bündelungen der IT-Kompetenzen an einem Ort das Tempo. Dabei haben die Fachleute nichts mit der Entwicklung der Fahrzeugtechnik an sich zu tun. Hier sollen vielmehr künftig unter anderem Software und Geräte entwickelt werden, mit der die Fertigung unterstützt, aber auch der Service für die Mitarbeiter verbessert werden kann. Bei entsprechender Marktreife und Bedarf können die Neuentwicklungen im gesamten Konzern zum Einsatz kommen.

Inzwischen sind im IT-Zentrum 65 Mitarbeiter aus fünf Nationen tätig. "Wir wollen aber weiter wachsen und rechnen 2020 mit mehr als 100 IT-Spezialisten", sagte der Leiter Hans-Christian Heidecke. Für Betriebsrat Torsten Rautenberg ist das Ansporn, weiterhin in attraktive Arbeitsplätze zu investieren. "IT-Leute sind international sehr gefragt. Dessen sind wir uns bewusst." Zur Technologie sagte Rautenberg: "Anwenderfreundlichkeit und Beherrschbarkeit sind für uns von besonderer Bedeutung". Schließlich sollten die neuen Technologien die Arbeit erleichtern und nicht verkomplizieren.

Das ehemalige Telekom-Gebäude an der Schubertstraße im Stadtteil Pölbitz ist auf allen drei Etagen nicht nur modern und mit ausgefeilter Technik ausgestattet, es strahlt durch die Verwendung von Holz auch eine gewisse Ruhe aus. Für Heidecke ist der Wohlfühlfaktor wichtig. "Wir wollen bei der Arbeit keinen Stress aufkommen lassen", sagte er. Unter Druck und Anspannung könne man keine innovativen Produkte entwickeln. Alle Entwicklungen sollen den Arbeitsbedingungen angepasst werden. Für 2020 hat das IT-Zentrum eine weitere Aufgabe übernommen. "Wir bauen die Infrastruktur für Ladesäulen für die Fahrzeuge von Mitarbeitern und Geschäftskunden am Standort auf", sagte Heidecke.

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