Zwei volle Sportstunden für jeden Gymnasiasten wieder möglich

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde die neue Turnhalle des Clara-Wieck-Gymnasiums eingeweiht. Probleme gab es zuvor genügend.

Zwickau.

Lena ter Veen und ihr jüngerer Bruder Jannis waren mit ihrer Darbietung auf dem Kunstrad die heimlichen Stars bei der Ein- weihung der Sporthalle des Clara-Wieck-Gymnasiums (CWG) am Bielgelände in Planitz. Seit Jahren trainieren sie ihre Kunststücke beim ESV Lok Zwickau. Als CWG-Schüler wollten sie es sich jedoch nicht nehmen lassen, ihr Können in "ihrer neuen Sporthalle" zu zeigen.

Fast zwei Jahre hatte es gedauert, bis die aus einer leichten Stahlkonstruktion bestehende Halle, fertig war. "27 Jahre nach der Gründung des Clara-Wieck-Gymnasiums haben wir jetzt eine komplette Schule", sagte Schulleiter Lars Flemming. Durch die neue Halle kann der Sportunterricht in der kompletten Unterrichtszeit durchgeführt werden. Zuvor suchten die 564 Schüler Turnhallen im benachbarten Stadtteil Neuplanitz auf. Durch die längeren Wege waren nur verkürzte Sportstunden möglich. Flemming sprach von 70 statt 90 Minuten je Doppelstunde. Jetzt können die 90 Minuten wieder voll ausgeschöpft werden. "Künftig haben wir kürzere Wege, längere Pausen, und wir können die Halle auch für andere Veranstaltungen nutzen, ohne vorher langfristig Termine abstimmen zu müssen", freute sich Flemming. Ab dem heutigen Donnerstag steht die Halle auch Vereinen zur Verfügung.

Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) erinnerte an die Probleme beim Bau, an die komplizierte Standortsuche, an die Unsicherheiten wegen des wackeligen Bauuntergrundes, und zuletzt an die Pleite derjenigen Firma, die Teile der Sportausrüstung einbauen sollte. Schließlich stiegen die Kosten von 3,9 auf 4,3 Millionen Euro. Die Förderung war lange Zeit unsicher. Der Neubau wurde schließlich mit 2,6 Millionen Euro über das Programm "Brücken in die Zukunft" gefördert.

Zwickaus Oberbürgermeisterin fehlte bei der offiziellen Übergabe. Anwesend war dafür ihr Ehemann, der Ruheständler Uwe Findeiß, in dessen Amtszeit als Leiter des Sportamtes Planung und Baubeginn der Sporthalle gefallen waren. Sein Kommentar: "Eine tolle Sache, die wir dringend brauchen." Das sieht auch Hallenwart Frank Münch so. Er hat noch drei Jahre in der alten, inzwischen abgerissenen Sporthalle gearbeitet. "Die hatte zwar auch ihren Charme", sagte er. Aber es sei alles auf drei Etagen verteilt gewesen. "Jetzt ist alles schön ebenerdig."

Architekt Sebastian Thaut zeigte sich zufrieden. "Wenn man die Probleme während der Arbeiten bedenkt, ist die Sporthalle sehr gut gelungen." Vor allem die Fenster im Foyer mit Blick auf die Sportfläche gefallen ihm. Mit seinem einstigen anderen großen Bauprojekt in Zwickau, dem Gewandhaus, hat Thaut inzwischen seinen Frieden gemacht. "Ich hege keinen Groll gegen die Stadt", sagte er. Ende 2017 hatte sich die Stadt von ihm als Gewandhaus-Planer wegen unüberbrückbarer Differenzen getrennt. Während eines Spazierganges mit der Baubürgermeisterin seien aber "alle Probleme in beiderseitigem Einverständnis geklärt worden".

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1Kommentare
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    pillorello
    14.03.2019

    Der Zwickauer Klüngel.....unfassbar.



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