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Teilen die Leidenschaft für Nussknacker: Arlene Wagner und Uwe Löschner, hier vor dem Riesenexemplar am Nussknackermuseum in Neuhausen.

Foto: Juliane Löschner

Mit Koffer voller Nussknacker über den "Großen Teich"

Arlene Wagner, 92-Jährige aus den USA, kommt gern ins Erzgebirge. Mit dem Chef des Nussknacker-museums teilt sie die Leidenschaft für bärtige Gesellen. Und sie hat noch einen Wunsch.

Von Karlheinz Schlegel
erschienen am 27.05.2017

Neuhausen. Vor 25 Jahren trafen sich die Amerikanerin Arlene Wagner und der Neuhausener Uwe Löschner zum ersten Mal - zur Spielwarenmesse in Nürnberg. Sie hatten beide die gleiche Leidenschaft: das Sammeln von Nussknackern. Wen wundert's, dass es nussknackermäßig zwischen der US-Amerikanerin aus Leavenworth im Bundesstaat Washington und dem damals jungen Erzgebirger gleich gefunkt hat.

Nun trafen sich beide mal wieder: Die inzwischen 92-Jährige ist zum 25. Nussknackersammlertreffen nach Neuhausen gekommen. "Ich freue mich, dass Arlene wieder dabei ist", sagt Uwe Löschner, der Chef des Nussknackermuseums in der Schwartenberggemeinde ist. Mit ihr sind weitere 55 Nussknackerverrückte aus ganz Europa vier Tage lang in Neuhausen zu Gast, um 25.Geburtstag des Museums zu feiern. Ein reger Erfahrungsaustausch ist natürlich vorprogrammiert. "Und viele bärtige Gesellen wechseln während dieser Zeit den Besitzer", sagt der 45-jährige Museumschef.

Für Arlene Wagner sind es inzwischen weit mehr als 25 Besuche bei Uwe Löschner und seiner Familie geworden. Auch außerhalb des Treffens klopfte die US-Amerikanerin einmal an die Tür. Deshalb hat sich in all den Jahren zwischen ihr und den Familien Uwe und Vater Jürgen Löschner eine sehr enge Freundschaft entwickelt. "Ich kann es kaum erwarten, nach Deutschland zu kommen, um zu sehen, was es bei Löschners Neues an Nussknackern gibt", erzählt Wagner. Natürlich falle ihr der lange Flug und die Zeitverschiebung immer schwerer. "Aber ich werde im Erzgebirge so verwöhnt, dass dies in kurzer Zeit vergessen ist", sagt die selbstbewusste Seniorin. Aus den USA gebe es viele E-Mails mit Anfragen hinsichtlich der bärtigen Gesellen an den Nussknackerfuchs aus dem Erzgebirge. Uwe Löschner würde sie stets schnell und fachmännisch für seine Sammlerfreundin beantworten, lobt die amerikanische Sammlerin.

Arlene Wagner liebt das Erzgebirge mit seinen Hügeln und Tälern. "Die Traditionen des Bergbaus und der Holzindustrie faszinieren mich. Und ich habe hier nur freundliche und aufgeschlossene Menschen kennengelernt", sagt sie. Ein Besuch in Seiffen sei bei ihren Aufenthalten stets ein Muss.

Auch steht stets fest, was sie zurück nach Hause über den "Großen Teich" mitnimmt: einen Koffer voller Nussknacker. "Und um die Weihnachtszeit dazu einen Christstollen", verrät die 92-Jährige.

In den 1960er-Jahren hatte Arlene Wagner in ihrer Heimatstadt Leavenworth zwei Geschäfte eröffnet, in denen sie mit Souvenirs handelte. "Nachdem der Güterverladebahnhof in dieser Zeit geschlossen hatte, drohte der Ort zur Geisterstadt zu werden", erinnert sie sich an ihre Beweggründe damals. So sei die Idee geboren worden, eine Touristenstadt im bayerischen Stil nach dem Vorbild von Oberammergau zu entwickeln. Nun lebe der rund 2000 Einwohner zählende "Alpenort" überwiegend von Touristen, die mit den Einheimischen das Oktoberfest feiern, den Christkindelmarkt besuchen oder einen Akkordeonwettbewerb durchführen, schildert Arlene Wagner.

Das Nussknackermuseum, das Arlene Wagner 1995 mit ihrem Mann in ihrem Heimatort einrichtete, war ebenso ein touristisches Highlight. Dort stehen mehr als 5000 der bärtigen Gesellen aus allen Teilen der Welt. Auch eine Vielzahl erzgebirgischer Exemplare sind darunter. Zudem sind Nussknacker aus Metall in dem Museum zu finden. Diese hätten eine längere Tradition als die aus Holz, erklärt die Inhaberin. Das Museum hat Arlene Wagner vor wenigen Jahren in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt, um es für die Nachwelt zu erhalten. Ans Aufhören denkt die 92-Jährige noch nicht. "Ich mache schon Pläne, womit ich mich als 100-Jährige befasse", sagt sie lächelnd und fügt an: "Bis dahin wird es hoffentlich Uwe Löschner auch einmal schaffen, mich zu besuchen."

 
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