Im Nebel verirrt und umgekippt: Betonmischer liegt am Skihang

Ein tonnenschwerer Koloss ist in der Skiwelt Schöneck verunglückt. Wie kann er aus dem unwegsamen Gelände geborgen werden?

Schöneck.

Eigentlich stecken Gerhard Müller und sein Team von der Skiwelt Schöneck mitten in den Vorbereitungen für die Wintersaison. Doch der Geschäftsführer der Schönecker Dienstleistungs- und Tourismus GmbH ist gerade mit einem Problem konfrontiert, das er in seinem Berufsleben in dieser Form auch noch nicht zu lösen hatte. Dort, wo normalerweise die Skifahrer zu Tal wedeln, liegt seit Donnerstag ein Betonmischer. Mitten im Hang, umgekippt auf einem von Regen und Schnee aufgeweichten Untergrund.

Der Laster wollte eigentlich Beton zu einer privaten Baustelle am gegenüberliegenden Hang bringen. Fundamente einer Beleuchtungsanlage sollten dort gegossenen werden. Doch dazu kam es nicht. Der Betonmischer - offenbar falsch geleitet von einem Navigationssystem - ist nahe dem IFA-Ferienpark falsch abgebogen. Im dichten Nebel fuhr er parallel zum Übungsparcours der Skiwelt den Hang hinunter - dann nahm das Unglück seinen Lauf. Auf dem von der Nässe der vorangegangenen Tage aufgeweichten Untergrund gab es für den Fahrer kein Zurück mehr. Schließlich kippte das Fahrzeug um. "Seitdem liegt es dort auf der Seite", sagt Gerhard Müller. Dem Fahrer sei glücklicherweise nichts passiert.

Für den Laster, der rund zehn Kubikmeter Beton geladen hatte, tickte damit jedoch die Uhr. Schließlich wird Beton irgendwann hart. Helfer hätten deshalb versucht, das Material herauszuschaufeln. Laut Gerhard Müller wurde dazu mit einem Schweißbrenner ein Loch ins Fahrzeug gebrannt. Erfolg hatte die Aktion aber nur zum Teil. "Rund zwei Drittel des Betons sind noch drin", sagt Müller. Das seien rund sechs bis sieben Kubikmeter, wobei ein Kubikmeter Beton rund 2,5 Tonnen Gewicht auf die Waage bringt. Auf der schlammigen Wiese liegt demnach jetzt ein Koloss, der rund 20 Tonnen wiegt, rechnet Gerhard Müller vor. "Da ist guter Rat teuer", sagt er. Denn für eine Bergung müsste ein Kran her, der mindestens genauso schwer ist - ein aussichtsloses Unterfangen angesichts der schwierigen Geländeverhältnisse.

Müller, der in seiner beruflichen Laufbahn immer wieder knifflige Aufgaben in Skigebieten zu lösen hatte, konnte gestern noch keine Lösung präsentieren. "Sowas hatte ich bislang noch nicht."

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