Wie hoch soll die Fontäne spritzen?

Fest eingebaut oder schwimmbar - beide Varianten sind möglich. Alles ist eine Frage des Preises. Aber da wären auch noch die Wünsche der Fische.

Plauen.

Der Verein der Freunde Plauens hat die Sache ins Rollen gebracht und schon 7000Euro dafür gesammelt. Baubürgermeister Levente Sárközy ist dafür. Die Fischereigenossenschaft Plauen auch. Trotzdem ist noch unklar, wann tatsächlich eine neue Fontäne im Teich des Plauener Stadtparks spritzen kann. Dem Optimismus der Freunde Plauens tut das aber keinen Abbruch. "Da ist wohl noch das ein oder andere abzuklären", sagt Vereinsmitglied Frank Beer. Aber da es offenbar nicht mehr um das Ob geht, sondern nur noch um das Wann, legt der Verein in seinen Bemühungen jetzt noch einmal eine Schippe drauf. Mit Plakaten in Gaststätten und Geschäften will man das Spendensammeln beflügeln.

Richtig Fahrt kann das Projekt aber erst aufnehmen, wenn eine grundsätzliche Entscheidung getroffen wurde: Soll es eine fest eingebaute Fontäne werden oder eine schwimmbare? "Das ist vor allem eine Sache des Preises", so Beer. Eine feste - wie es sie bis 1995 schon einmal im Stadtpark gegeben hatte - wäre ein erhebliches Stück teurer.

Dafür macht sie aber viel mehr her. Findet jedenfalls Plauens Baubürgermeister Levente Sárközy. "Eine schwimmbare spritzt vielleicht so um die drei Meter in die Höhe", sagte Sárközy. "Sehr spektakulär wäre das nicht. Ich vermute, die Plauener erwarten etwas anderes." Möglicherweise kann man zur Finanzierung Fördermittel aus dem Programm "Zukunft Stadtgrün" nutzen. Immerhin ist dieser Topf speziell für Verschönerungen im Park gedacht.

Fällt darunter auch eine Fontäne? Diese Frage kann niemand aus dem Stegreif beantworten, auch der Baubürgermeister nicht. Dazu kommt: Bevor eine Fontäne eingebaut werden kann, müsste der ganze Teich wohl umfassend saniert werden. Das bedeutet noch höhere Kosten - vermutlich ein sechsstelliger Betrag. Aus diesem Grund waren die Freunde Plauens bislang eigentlich davon ausgegangen, dass es eher auf ein schwimmbares Exemplar hinauslaufen wird. Denn die gibt's ab 6000Euro aufwärts.

Doch es gibt noch jemanden, der bei der Frage "fest oder schwimmbar" ein Wörtchen mitzureden hat: die Fischereigenossenschaft Plauen. Diese hat das Gewässer gepachtet und setzt Karpfen aus. Eine Fontäne würde das Wasser mit Sauerstoff anreichern. Deshalb sind die Mitglieder für eine Fontäne. "Die Motorengeräusche und Vibrationen einer schwimmenden wären aber störend für die Fische", sagt Geschäftsführer Matthias Weinhold. "Außerdem stellen die Stromkabel im Wasser immer ein Risiko dar." Bei der anderen Variante würden sich diese Problem nicht stellen. Deshalb haben sie eine klare Meinung. Fontäne: sehr gerne! Aber nur eine feste.

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3Kommentare
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    WilhelmTell
    13.02.2018

    Als Fischereisachverständiger i. R. klann ich nur feststellen, dass der Fischereirechtspächter ziemlich inkompetent zu sein scheint. Schwimmende Belüfter sind in Teichwirtschaft und Aquakulturanlagen Stand der Technik und gute fachliche Praxis! Wenn sie das Wohlbefinden der Fische beeinträchtigen würden wären sie (weil nicht mit artgerechter Haltung vereinbar) unzulässig! Das Gegenteil ist der Fall sie sind dem Wohlbefinden der Fische förderlich und stabilisierend die Wasserqualität. Auf andere Aspekte hat Tauchsieder richtig hingewiesen. Optisch dürften für die fischereilich nicht interessierte Bevölkerung allerdings die "Wheeler" = Schaufelradbelüfter weniger attraktiv sein als die Aquapilze mit großer Auswurfhöhe und -radius.

  • 3
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    Tauchsieder
    13.02.2018

    Eine etwas überschnelle und vielleicht unüberlegte Antwort des Pächters Zitat: "Die Motorengeräusche und Vibrationen einer schwimmenden wären aber störend für die Fische", Zitat Ende.
    Im Hammerparkteich liefen über Jahre hinweg sogenannte "Wheeler" und Sauerstoffpumpen, ohne das sich daran die Fische gestört haben. Normales Fressverhalten, normales Wachstum. Größter Vorteil, vorm Abfischen konnten die transportablen Anlagen vom Gewässer entfernt werden, ein unschlagbarer Vorteil für den Fischer.
    Man bedenke auch die Bauarbeiten bei einer festen Installation und die folgenden Wartungsarbeiten.

  • 1
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    WilhelmTell
    13.02.2018

    Da scheint man bei der Fischerei und im Bauamt leider ziemlich uninformiert zu sein. Es gibt bei Fischereitechnikherstellern schwimmende "Belüfter" die eine großflächigen Wasserauswurf mit ca. 3 - 5 Meter Höhe und einem Durchmesser von rd. 10 Metern bewirken. Der Strombedarf liegt etwas bei 2,5 KW/h und der Preis deutlich unter 4000,- ?. In Gegensatz zu Springbrunnenfontänen sogen diese Geräte für eine intensivere O²-Belüftung, CO²- und Stickstoffentgasung, bekommen also dem Fischbestand gut, reduzieren durch Lichtbrechung im Wirkkegel und intensive Wasserumwälzung das Algenwachstum. Optisch sind sie nicht weniger attraktiv als ein konventioneller "Springbrunnen".



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