900 Liter Bier zur Stadtwette

Eine Kosmetikerin belegt einen Spitzenplatz, ein Feuerwehr-Verbandschef erhät eine hohe Auszeichnung und eine Planitzerin bereitet den diesjährigen Frühlingsmarkt vor.

Jens Juraschka (43, nicht im Bild) musste gestern zu einem ungewöhnlichen Einsatz ausrücken, der ihm nicht nur tierisches Einfühlungsvermögen, sondern auch menschliche Überredungskunst abverlangte. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr Zwickaus musste er als oberster Chef des Tiergeheges Marienthal eines der wenigen noch verbliebenen Wappentiere vor Ungemach in Form einer Rüttelplatte retten. Das brütende Schwanenpaar hätte bei deren Einsatz im schlimmsten Fall den noch nicht geschlüpften Nachwuchs im Stich gelassen. Vor allem aber reagieren die Tiere sehr aggressiv (Foto). "Da verbietet sich jede Störung". Also mussten die vorgesehenen Tiefbauarbeiten neben dem Tiergehege gestoppt werden. Hilfe kam von der unteren Naturschutzbehörde: "Zwickaus Wappentier darf beim Brüten unter keinen Umständen gestört werden." Die Bauarbeiter nahmen es gelassen, akzeptierten das Schutzbedürfnis des Schwans und zogen wieder ab. (nkd)

Jürgen Riedel (64),Versicherungsmakler, ist es zu verdanken, dass unabhängig vom Ausgang der Stadtwette am Donnerstag Freibier ausgeschenkt werden kann. "Die Idee dazu hatte ich bereits im August 2016. Damals unterbreitete ich der Stadt das Angebot, passend zum Jubiläum 900 Liter Gestensaft zu spendieren. Ich denke, dass sich die Stadtwette als Anlass dazu recht gut eignet." Mit seiner Aktion will der Niederhohndorfer nicht nur die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt zum Ausdruck bringen. Er möchte zugleich zeigen, wie auch kleinere Unternehmen zum Erfolg des Jubiläums beitragen können. Auf alle Fälle brauchte sich Jürgen Riedel keine allzu großen Gedanken darüber machen, welches Bier ausgeschenkt wird. "Natürlich das Mauritius-Festbier. Ich habe es selbst schon probiert und bin mir sicher, dass es eine gute Wahl ist", sagte er. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der 64-Jährige in die eigene Tasche greift, um seine Mitbürger in dieser Weise zu beschenken. Ähnlich spendabel zeigte er sich schon bei Siedlerfesten in Weißenborn. Am Donnerstag bei der Stadtwette der "Freien Presse" und der Arcaden gibt es ab 16 Uhr auf dem Hauptmarkt ein Freibier für jeden volljährigen Teilnehmer - so lange der Vorrat reicht. OB Pia Findeiß (SPD) hofft auf mindestens 900Zwickauer, die gemeinsam die Jubiläumszahl 900 stellen.

Cistina Strzelczyk (61), Fördervereinsmitglied des Planitzer Handwerkerhauses, steckt voll in den Vorbereitungsarbeiten für den diesjährigen Frühlingsgartenmarkt. Der geht am 28. April in der Zeit von 10 bis 15 Uhr über die Bühne. Eingetopfte Pflanzenspenden und Erzeugnisse aus heimischen Gärten können aber schon vom 23. bis 27. April von 8 bis 15 Uhr im Handwerkerhaus abgegeben werden. "Unsere Gartenmärkte gibt es seit 2013. Im Vorfeld bringen uns Privatleute die verschiedensten Stauden, Kräuter, Büsche und manchmal sogar kleine Bäumchen vorbei. Auch einige Gärtnereien unterstützen uns bei der jährlichen Aktion. Der Verkaufserlös kommt auch in diesem Jahr ausschließlich der Finanzierung des Projektes Handwerkerhaus Planitz zugute", sagte sie. Was die Besucher als Spende für die Pflanzen hinblättern, bleibt ihnen überlassen. "Es kommen viele junge Leute, um günstig ein paar schöne Blumen oder Beerensträucher zu erwerben. Auf der anderen Seite erleben wir immer wieder, dass der eine oder andere Besucher nur ein unscheinbares Töpfchen mitnimmt, uns dafür aber einen großen Spendenbetrag hinterlässt."

Claudia Singer (50) hat am Freitagnachmittag mit unzähligen Kundinnen ihren im Vormonat erhaltenen "Gloria"-Preis gefeiert. Bei der Auszeichnung handelt sich um einen Preis, den die Kosmetikbranche jährlich vergibt - in sechs Kategorien. Die Zwickauer Geschäftsfrau siegte in der Kategorie "Institut bis zwei Mitarbeiter". "Zeitlich hatte es vorher leider nicht geklappt, ausgiebig zu feiern. Nun bin ich froh, dass ich diesen Erfolg mit meinen Kunden teilen konnte. Die Resonanz war super", freut sich Singer, die schon als Kind diesen Beruf ergreifen wollte. Derweil gibt es viele neue Behandlungsmethoden. Daher sei Weiterbildung ein großes Thema in ihrem Kosmetikgeschäft.

Matthias Hofmann (54), kann sich über eine hohe Auszeichnung freuen. Der Feuerwehr-Kreisverbandschef bekam auf der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Zwickauer Land das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold verliehen. "Eigentlich sollte Matthias diese Auszeichnung schon im vergangenen Jahr zum 25-jährigen Bestehen des Kreisfeuerwehrverbandes erhalten", sagte Kreisbrandmeister Thomas Wende, der die Ehrung im Auftrag des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes vornahm. Von der Auszeichnung selbst wusste nur ein sehr kleiner Personenkreis. Wohl deshalb hatte auch Matthias Hofmann die Tatsache als völlig normal eingestuft, dass Thomas Wende nach seinen Grußworten an die Vertreter der 66 freiwilligen Feuerwehren im Kreisverband ein zweites Mal ans Rednerpult kam und eine Laudatio über einen Ehrenamtler begann. Spätestens beim Passus "18 Jahre Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Zwickauer Land" wusste dann auch der 54-Jährige, dass Wende von ihm sprach. "Ich war schon etwas gerührt, dass ich diese hohe Auszeichnung bekommen habe", gestand Hofmann und wertete das Ganze als eine Ehre. Dennoch wollte der Kirchberger auch die Arbeit des gesamten Verbandes sehen. "Ich bin stolz auf den Kreisverband und darauf, wie er sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat." (tm)

Mario Kunz (50), Leiter der freiwilligen Feuerwehr Burkersdorf, hat zusammen mit weiteren Mitgliedern der Wehr und des Feuerwehrvereines ein arbeitsreiches Wochenende hinter sich gebracht. Zum 13. Mal stellten die Burkersdorfer Frauen und Männer in Blau ein großes Feuerwehrfest auf die Beine. Neben der großen Tanzveranstaltung am Samstagabend stand dabei erneut ein Kinderfest auf dem Programm. "Der Ursprung der Veranstaltung geht auf die Einweihung unseres neuen Gerätehauses zurück. Gefeiert wird bei uns allerdings nur alle zwei Jahre. Mehr wäre für uns als eine relativ kleine Wehr doch eine zu große Belastung. Immerhin laufen die Arbeiten rund um das Fest von Mittwoch bis Montag", sagte er. Hinzu komme noch, dass eine jährliche Fete für den Kirchberger Ortsteil wahrscheinlich zu viel des Guten sein könnte. Großer Wert wird aber immer darauf gelegt, den jüngsten Burkersdorfern beim traditionellen Kinderfest ein wenig Freude zu bereiten. "Die Kinder sollen Spaß haben, sich austoben und - was uns natürlich auch sehr am Herzen liegt - vielleicht ihre Begeisterung für die Mitarbeit in der Jugendfeuerwehr entdecken", sagte Mario Kunz. (awo)

Ralf-Detlef Ossa (55), Pastor und Maler, zeigt unter dem Motto "Blickwechsel" noch bis 8. Mai in der Kirche der Planitzer Baptistengemeinde, Schlossparkstraße 34 a, eine Auswahl seiner künstlerischen Arbeiten. "Die Malerei ist für mich eine besondere Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Anders als mit Worten kann ich beim Malen Gleichzeitigkeit herstellen. Auf Bildern sind Dinge nebeneinander zu sehen, die man nur nacheinander sagen kann. Dadurch entstehen völlig andere, komplexere Aussagen", so der Geistliche. Die Meinungsbildung liege letztendlich in der Hoheit des Betrachters. "Ich versuche, mit Farbe das auf die Leinwand zu bringen, was mich bewegt. Inspirieren lasse ich mich nicht nur beim Lesen der Bibel, sondern oft auch durch das alltägliche Leben um ihn herum." Das ist auch einer der Gründe dafür, dass Figuren in seinen Bildern nicht selten durch einen Bezug zur Gegenwart geprägt sind. Ein Beispiel: Ralf-Detlef Ossa hat den Leidensweg Christi mit dem Kreuz von der Via Dolorosa auf die Wallstreet verlegt. (awo)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...