August Horchs geliebtes Winningen

Straßen und Botschafter, ungewöhnliche Orte, Promis: Der Journalist Christian Adler begibt sich auf die Spuren seiner Geburtsstadt. "Freie Presse" veröffentlicht einen Teil seiner Berichte. Teil 16: Geburtshaus und Grab des Automobilpioniers.

Zwickau/Winningen.

Im Zwickauer Stadtteil Mosel schlägt das Herz des sächsischen Automobilbaus. Aus Winningen an der Mosel stammt der Mann, der den Grundstein dafür gelegt hat: August Horch, Gründer der Zwickauer Autowerke Horch (1904) und Audi (1909). In dieser Gemeinde, rund zehn Kilometer westlich von Koblenz und vom Deutschen Eck gelegen, befinden sich Horchs Geburtshaus und Grab.

Der spätere Automobilpionier wurde am 12. Oktober 1868 als Sohn von Carl Friedrich und Helene Horch geboren. In Winningen besuchte er von 1874 bis 1882 die Volksschule und half seinem Vater, einem Schmied, der sich nebenher als Winzer betätigte. Von der Arbeit im Weinberg und auf dem Feld war der junge Horch allerdings "gar nicht hingerissen", wie er in seiner Autobiografie schrieb. "Ich hockte lieber in der Werkstatt meines Vaters, und hier verbrachte ich meine meiste Freizeit." Folgerichtig absolvierte August Horch von 1882 bis 1884 eine Schmiedelehre in der väterlichen Werkstatt.

Die 2500-Einwohner-Gemeinde in Rheinland-Pfalz ehrt ihren großen Sohn mit einer nach ihm benannten Straße, Mehrzweckhalle und einem hochkarätigen Riesling, der August-Horch-Edition. Das Geburtshaus liegt im historischen Zentrum an der Fährstraße 19. Das Fachwerkhaus beherbergt die liebevoll gestaltete Horch-Pension. Wer genau hinschaut, bemerkt Spitzengardinen mit Oldtimer-Muster. Auf einer Gedenktafel werden wichtige Lebensdaten aufgelistet, etwa die Gründung der Audi-Werke in Zwickau.

August Horch fühlte sich Winningen zeitlebens verbunden: "Ich hing an diesem kleinen Weinort mit allen Fasern meines Herzens." 1913 erwarb er hier ein Feriendomizil, die ehemalige Gaststätte "Distelberger Hof". Dort richtete Horch 1929 eine Hühnerfarm ein. 1949 verlieh ihm Winningen die Ehrenbürgerschaft.

Obwohl der Wahl-Sachse am 3. Februar 1951 im oberfränkischen Münchberg starb, fand er in Winningen seine letzte Ruhe. Der kleine Friedhof liegt am Fuße der Weinberge. Die Inschrift auf dem Grabstein lautet "Pionier der Kraftfahrt" und "Gründer der Horch- und Audiwerke".

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