Clara Schumann auf großer Fahrt

Straßen, Botschafter, ungewöhnliche Orte: Der Journalist Christian Adler begibt sich auf die Spuren seiner Geburtsstadt Zwickau. "Freie Presse" veröffentlicht einige Berichte. Teil 23: Ein Schumannzug und -schiff.

Zwickau.

Ein blauer Fernzug namens Robert Schumann rollt täglich durch drei Millionenstädte in Deutschland und Tschechien. Anders als beim ICE mit dem Tauf- namen Zwickau handelt es sich beim Eurocity (EC) Robert Schumann nicht um einen am Fahrzeug angebrachten Schriftzug. Der Name bezieht sich vielmehr auf zwei konkrete Verbindungen, auf denen unterschiedliche Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Der EC 174 fährt vom Hauptbahnhof in Prag über Dresden nach Berlin und Hamburg-Altona (686 Kilometer). In der Gegenrichtung rollt der EC 175 auf verkürzter Route von der Spree an die Moldau (397 Kilometer).

Das Zugpaar wird seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 von der Tschechischen Bahn betrieben. Von diesem Zeitpunkt an trägt es den Namen des Komponisten aus Zwickau. Vorher hieß dieses EC-Duo Jan Jesenius und wurde von der Ungarischen Bahn MAV auf der Vier-Länder-Strecke Budapest-Bra-tislava-Brno-Prag-Dresden-Berlin-Hamburg eingesetzt. DieTschechische erwähnt den berühmten Sachsen in ihren Fahrplänen, auf den Abfahrts- beziehungsweise Ankunftsmonitoren, bei den Lautsprecherdurchsagen im Prager Hauptbahnhof und an den Zugtüren. In den deutschen Fahrplänen taucht der Namenszusatz Robert Schumann nicht auf.

Fernzüge mit Namenszusätzen von Komponisten, Flüssen oder Bergen sind in Osteuropa weit verbreitet, teilt die Deutsche Bahn mit. Sie selbst habe solche Benennungen Ende 2002 allerdings größtenteils gestrichen. Das betraf auch die Bezeichnungen Robert Schumann beim längst eingestellten ICE 1662/1663 Nürnberg-Zwickau-Chemnitz-Dresden und Clara Schumann beim ICE 1656/1657 Dresden/Leipzig-Frankfurt/Saarbrücken. Erhalten geblieben, so der Berliner Konzern, sind die Namen internationaler Fernzüge, der Nacht- und Autozüge, der ICE-Sprinter sowie Markenbegriffe wie der Inter- city Alpenland.

Clara Schumann kann man entlang der Elbe zwischen Magdeburg, Dresden und dem tschechischen Melník begegnen. So heißt nämlich ein fast 95 Meter langes und elf Meter breites Flusskreuzfahrtschiff. Das 1991 in Dienst gestellte und 2010/11 modernisierte Schiff wird international als Viking Schumann vermarktet. Es bietet klimatisierte Kabinen mit Flussblick, Flachbildschirm, Dusche und WLan sowie weitere Extras und Komforts wie Panoramarestaurant und -bar, Sonnendeck, Wäscheservice, Boutique und Bibliothek. Die Elbekreuzfahrten werden in Kombination mit Berlin- und Pragbesuchen angeboten.

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