Das Nachschlagewerk für alle: Zwickau und die Wikipedianer

Das vor 15 Jahren eröffnete Online- Lexikon gibt ausführlich Auskunft zur Stadt. Beteiligt ist daran auch der fleißigste deutsche Mitautor - ein Zwickauer.

Zwickau.

Wie viele Einwohner hat Zwickau? Hat die Stadt eine lange Geschichte? Und welche berühmten Persönlichkeiten außer Robert Schumann oder Max Pechstein stammen von hier? Ob einheimisch oder nicht: Wer darauf Antwort sucht, tut das in der Regel zuerst im Internet. Und oft landet er bei Wikipedia. Heute vor 15 Jahren wurde das Onlinelexikon gegründet. Es ist die weltgrößte Enzyklopädie und eine der am häufigsten besuchten Webseiten. Jedermann mit Internetanschluss kann daran mitarbeiten.

Seit 2002 hat Zwickau einen eigenen Eintrag. Die allererste Version lautete schlicht: "Zwickau ist eine Stadt in Sachsen." Daraus ist heute ein umfassender Artikel geworden, der die Geschichte der Stadt ebenso umreißt wie Sehenswürdigkeiten, die Einwohnerentwicklung, Wirtschaft, Kultur et cetera. Wichtige Persönlichkeiten, die in der Stadt geboren sind, werden seit Oktober 2009 gar in einem gesonderten Wikipedia-Beitrag geführt - mit Martin Römer als ältester und Elin Kolev als jüngster Vertreter der Stadt. Dazwischen: rund 300 weitere Persönlichkeiten, die meisten ebenfalls mit einem Wikipedia-Artikel vertreten.

Allerdings bietet Zwickau in Sachen Wikipedia auch reichlich unbeackertes Terrain. So werden zwar etwa Gewandhaus, Priesterhäuser und Johannisbad als Sehenswürdigkeiten der Stadt erwähnt, eigene Beiträge sind ihnen bisher jedoch nicht gewidmet. Erst seit recht kurzer Zeit werden Institutionen wie Theater (2013), Heinrich-Braun-Klinikum (2012) und Robert-Schumann-Haus (2010) ausführlicher gewürdigt.

Einer der vielen Wikipedia-Nutzer, die an den Artikeln mitgeschrieben, sie redigiert und erweitert haben, ist André Karwath. Von dem Zwickauer stammen über 50 Wiki-Fotos aus Zwickau - vom Gewandhaus über die Stadthalle bis zum zerstörten NSU-Domizil Frühlingsstraße 26. Er hat laut eigener Aussage die meisten Änderungen der deutschsprachigen Wikipedia-Ausgabe zu verzeichnen. Ein echter Wikipedianer also, wie die Mitarbeiter der Enzyklopädie genannt werden. Über eine Million Bearbeitungen listet seine Benutzerseite auf. "Ich konzentriere mich mehr auf den Kleinkram - Typographie, Rechtschreibung und dergleichen", sagt er. "Und ich bin seit 13 Jahren aktiv, da sammelt sich einiges an." Zwischen zehn Minuten und drei Stunden pro Tag widmet der Informatiker seiner Wiki-Passion, neben Beruf und Familie. "Klingt vielleicht viel, aber der Durchschnittsdeutsche guckt allein über vier Stunden Fernsehen täglich." Seine Motivation? "Es macht einfach Spaß, sich mit den Texten zu beschäftigen. Und es hat dabei einen höheren Sinn." Schließlich habe Wikipedia eine hohe Reichweite und sei sehr niedrigschwellig, also für jeden zugänglich - anders als eine teure Brockhaus-Sammlung, wo ein Eintrag zudem viel zu kurz, wenig bebildert und eventuell veraltet ist.

Doch das gibt es selbst bei ihm: "In Wikipedia steht noch mein Foto vom unsanierten Rathaus. Das habe ich mir vorgenommen, bald mal zu aktualisieren", sagt Karwath.

Einen ausführlicheren Beitrag zum Thema lesen Sie heute auf der Seite 3, Zeitgeschehen.

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