Ein Auftritt mit Sprengkraft

Lob, Musik und fliegende Knöpfe: Der Neujahrsempfang der Stadt stand im Zeichen des Jubiläums. Doch OB Pia Findeiß fand auch ernste Worte.

Thema des Abends: Die 900 ist allgegenwärtig, dessen wird sich kein Zwickauer 2018 entziehen können. Daran ließ schon Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) als Chefin der Stadtwerke-Holding in ihrer Ansprache keinen Zweifel. "Im Festjahr wollen wir allen Besuchern zeigen, wie sich die Stadt zum heutigen Oberzentrum entwickelt hat", sagte sie. 110 Veranstaltungen sind im Festjahr geplant, wenngleich ohne Festumzug, dafür aber mit dem "Festival of Lights". Als Einstimmung ließen die Veranstalter des Neujahrsempfangs gleich einmal Messewände im Foyer der "Neuen Welt" aufstellen, auf denen die Stadtgeschichte nachzulesen ist.

Unterschied des Abends: Anders als vor einem Jahr war diesmal nicht Dortmunds Oberbürgermeister als Ehrengast auf dem Zwickauer Neujahrsempfang anzutreffen, deswegen bot sich auch für niemanden die Gelegenheit, ihn auf das immer noch ausstehende Freundschaftsspiel mit der Borussia hinzuweisen. Vor einem Jahr hatte der Rathauschef der Partnerstadt noch versprochen, beim BVB um einen Abstecher nach Zwickau zu werben. Das tat er, der Verein sagte zu, aber daraus geworden ist bis heute nichts. Dabei war das Stadion bereits ausverkauft. Mahnung des Abends: Nachdem es Zwickau kürzlich durch den Jahrestag des NSU-Auffliegens wieder einmal in die bundesweite Presse geschafft hatte, worin Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) zuweilen der Vorwurf gemacht wird, mehr am Image der Stadt interessiert zu sein als an einer Aufarbeitung des NSU-Themas, äußerte sie sich in ihrer Ansprache gestern so: "Wir können und wollen ebenso wenig leugnen, dass die Mitglieder des NSU jahrelang in Zwickau wohnten." Sie finde auch nicht, dass die Stadt durch Rechte dominiert ist. Aber ihr gebe zu denken, wenn Rechtsextreme immer unverfrorener auftreten würden. "So gilt es weiterhin, allen extremen und extremistischen Tendenzen und Ansätzen entgegenzutreten." Daran müsse man arbeiten.

Ehrung des Abends: Gab es nicht, wie schon 2017. Vor einem Jahr hatte sich der Stadtrat über die Modalitäten und Namensliste in die Wolle bekommen, sodass man am Ende ganz auf die Verleihung der Ehrenmedaillen verzichtete. Trotz inzwischen geänderter Auszeichnungssatzung wurde auch diesmal keiner auf die Bühne gebeten. Vielleicht ergibt sich ja 2019 wieder etwas.

Knopf des Abends: Der neue Generalmusikdirektor des philhar- monischen Orchesters Plauen-Zwickau, Leo Siberski, mag es gern schmissig, nicht umsonst hat er nebenher eine Jazz-Band. Zum Neujahrsempfang ließ er es aber mit seinem Orchester so krachen, dass die Zuhörer in der ersten Reihe in Deckung gehen mussten. Der frühere OB Rainer Eichhorn berichtete von einem Knopf, der dem Musiker bei dessen Einsatz vom Anzug gesprungen sei und um ein Haar die Ehrengäste erwischt hätte.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...