Naturschützer wollen Station

Hauptamtliche Ranger und zwei Anlaufpunkte möchten Vertreter der Grünen Liga und des Kreisnaturschutzbeirates auf den Weg bringen.

Zwickau/Kirchberg.

Im dicht besiedelten Landkreis Zwickau bleibt nur relativ wenig Platz für Naturoasen. Gerade einmal 17 Prozent der Fläche sind Wälder. Den Naturschutz im Landkreis wollen jetzt Vertreter des Kreisnaturschutzbeirats, der Grünen Liga und von Bündnis 90/Die Grünen professioneller gestalten. Sie wollen eine Naturschutzstation samt Außenstelle einrichten. Als Standorte bringen die ehrenamtlichen Naturschützer und Politiker das Gebiet Kirchberg/Hartmannsdorf und ein weiteres Areal am Rümpfwald, in Callenberg oder in der Nähe der Vogelschutzgebiete in Limbach-Oberfrohna ins Gespräch. Es gebe bislang im Land Sachsen 35 bis 40 Naturschutzstationen, lediglich der Landkreis Zwickau sei bislang außen vor.

Zudem sollen zwei hauptamtliche Naturschutzranger das Wissen um den Naturschutz unter Kindern und Erwachsenen mehren. "In einer solchen Station kann man viele Aufgaben konzentrieren", sagt Ronald Peuschel von der Grünen Liga Westsachsen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises schaffe es derzeit nicht, Naturschutzaufgaben im erforderlichen Maße wahrzunehmen, unter anderem weil Hunderte Stellungnahmen zu Hochwasserschutzprojekten bearbeitet werden müssten und die Personaldecke dünn sei.

"Es ist noch offen, ob das Landratsamt das mitträgt", sagt Andreas Trautmann vom Kreis-Naturschutzbeirat. Das Votum der Fachbehörde stehe noch aus. Die entsprechenden Gespräche stünden im Herbst an. Die Chancen für die beiden Vorhaben stehen nach Meinung der Ehrenamtler gar nicht schlecht. Der Grund: Sachsen musste auf Weisung der Europäischen Union sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) ausweisen. Es seien aufwendige Pläne erstellt worden, sagt André Oehler von Bündnis 90/Die Grünen aus Werdau. "Der Rücklauf bei den Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Gebiete war aber gegen Null", sagt Oehler. Diesen Missstand könnte man nun mit Rangern und Naturschutzstationen beheben, zumal ohnehin zum Schutz der FFH-Gebiete mit viel Geld etwas getan werden müsse.

Den benötigten Finanzrahmen geben die Naturschützer mit 100.000 Euro pro Station an und beziehen sich auf das Land Thüringen, dort sei eine solche Förderung vorgesehen. Land und Kreis müssten zudem eine Anschubfinanzierung für den Bau der Stationen leisten. Letztlich profitierten aber auch die Behörden, die den Rangern Aufgaben abtreten könnten.

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