Preisgeld geht ins Silicon Valley

Beim Finale des Wettbewerbes um den Robert-Schumann-Chorpreis setzte sich ein kalifornischer Mädchenchor gegen sechs weitere Ensembles durch. Die Freude war riesig.

Zwickau.

Mit dem Singen um den Großpreis beim 8. Robert-Schumann-Chorwettbewerb endete am Samstagabend in Zwickau ein viertägiges Musikspektakel der Extraklasse. Noch einmal traten sieben Chöre aus Europa, Asien und Amerika auf die Bühne der "Neuen Welt", um die Jury mit ihren Darbietungen zu überzeugen. Dafür standen den Sängerinnen und Sängern lediglich zwei Lieder und höchstens acht Minuten reine Singezeit zur Verfügung. Am Ende setzte sich der aus Kalifornien stammende "ISing Silicon Valley Girlchoir" gegen die Konkurrenz durch.

"Wir sind in diesem Moment einfach nur alle sehr glücklich, was man sicherlich auch an den Emotionen der Mädchen sieht", sagte Chorleiterin Jennah Delp-Somers der "Freien Presse" im Anschluss an die Siegerehrung. Zugleich lobte sie die tolle Wettbewerbsatmosphäre. Die drückte sich unter anderem auch durch ein hohes Maß an gegenseitigem Respekt aus. Ein Beispiel: Während bei so manchem sportlichen Aufeinandertreffen die gegnerischen Teams schon mal mit Pfiffen und Buhrufen begrüßt werden, betraten die Chöre unter dem unvoreingenommenen Applaus aller anderen Teilnehmer die Bühne und wurden im Anschluss an ihren Auftritt mit mindestens ebenso viel Beifall bedacht. Genau das widerspiegelte auch eines der Anliegen des Wettbewerbes, bei dem laut Veranstalter Interkultur die Vielfalt gegenwärtigen Chorsingens im Kontext der Völkerverständigung demonstriert werden sollte.

Der Sieg des US-amerikanischen Mädchenchores kam für das Zwickauer Chorleiterurgestein Reinhold Stiebert nicht überraschend. Bereits vor der Bekanntgabe der Preisträger sagte er: "Mich persönlich hat dieser Chor an allen Wettbewerbstagen am meisten überzeugt. Meiner Meinung nach sind die Mädchen sängerisch hervorragend ausgebildet und bestachen durch die Frische und hohe Qualität ihres Gesangs." Nico Nebe, Präsident des Westsächsischen Chorverbandes, saß als deutscher Vertreter in der dreiköpfigen Jury und schätzte das Wettbewerbsniveau als sehr gut ein. "Alle 17 am Wettbewerb teilnehmenden Chöre haben sich auf eine unterschiedliche, individuelle Weise vorgestellt - aber alle auf einem sehr hohen Level. Das hat uns die Entscheidungsfindung nicht gerade leicht gemacht, weshalb innerhalb der Jury auch schon mal etwas länger diskutiert wurde."

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