Erste Ideen für Pockauer Kulturpark nehmen Gestalt an

In einer Einwohnerversammlung hat ein Chemnitzer Büro Überlegungen vorgestellt. Erhalten bleiben soll etwa der Bachlauf.

Pockau.

Den Ideen und Gedanken zur Umgestaltung des Pockauer Kulturparks will die Stadt Pockau-Lengefeld nunmehr Taten folgen lassen. Deshalb wurde per Stadtratsbeschluss bereits Ende des vergangenen Jahres ein Chemnitzer Sachverständigenbüro beauftragt, eine Bestandsaufnahme zu machen und im Rahmen eines Konzeptes Möglichkeiten der Neu- beziehungsweise Umgestaltung der Parkanlage aufzuzeigen.

In einer Einwohnerversammlung stellte Diplomingenieurin Heike Neubert am Montag ein erstes Ergebnis zur Diskussion. Bei der Anlage handelt es sich nach ihren Worten um einen gepflegten Park mit einem schönen alten Baumbestand. Aber: "Trotz Springbrunnen, Bachlauf, Festplatz und Ehrenmal haben wir während unserer Begehungen nur sehr wenige Menschen in der Anlage gesehen." Mithilfe einer attraktiveren Gestaltung soll der Park wieder mit Leben erfüllt werden und damit alle Altersgruppen angesprochen werden. Außer als Treffpunkt zum Verweilen und als Kommunikationsmöglichkeit sollte der Park als Ausflugsziel, als Spaziermöglichkeit und auch als Ruheoase im Grünen dienen. "Aus baumpflegerischen, aber auch aus gestalterischen Gründen sollten daher einzelne Gehölze und Strauchflächen gerodet werden", so die Diplomingenieurin. Bronzefiguren als Gestaltungselemente könnten den Besuchern Gesellschaft leisten. Erhalten bleiben soll auch der Bachlauf, der aber gestalterisch aufgewertet werden kann. Ebenso soll der Springbrunnen erhalten bleiben. Allerdings können Form und Art des Wasserspiels noch variiert werden. Der bisherige Festplatz könnte aus Sicht von Heike Neubert dagegen entfernt werden. "Stattdessen empfehle ich eine repräsentative Grünfläche, die in ihrer Nutzung offen gelassen wird." Neben den baulichen Veränderungen empfiehlt die Planerin unter anderem eine Aufwertung der Wiesenflächen mit Frühjahrsblühern, die Ergänzung der Parkgehölze um optisch dominierende Arten und eine Erweiterung der Wege in Ost-West-Richtung.

Neben den oberirdischen Veränderungen sollen im Zuge des Bauverlaufes laut Bauamtsleiter Frank Hübler auch unterirdische Anlagen neu geordnet werden. "Da sind zum Beispiel Kanäle und Rohre, die einer Erneuerung bedürfen. Ebenso sollten wir überlegen, ob wir Strom und Wasseranschlüsse für eventuelle Veranstaltungen im Park schaffen."

Angeregt von den Ausführungen, nutzten etwa 30 Pockauer die Gelegenheit, ihre Wünsche und Anregungen vorzubringen. "Die Vorschläge haben wir allesamt aufgenommen und werden versuchen, diese nun in das Konzept einzuarbeiten", so Amtsverweser Ingolf Wappler. Zum zeitlichen Ablauf konnte er aber noch keine Angaben machen. "Die Pockauer sind weiter gefragt, ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen. Ich denke, es wird zum Thema Kulturpark noch weitere Treffen geben. Ob nun als Einwohnerversammlung oder im Rahmen von öffentlichen Ortschaftsratssitzungen", so Wappler.


Spielgeräte statt Gestaltungselemente

Ilona Ranft: Der Park wird nächstes Jahr 60 Jahre alt. Vor 20 Jahren, also 1997, war meines Wissens dort das bislang letzte große Fest. Ich denke nicht, dass künftig sehr viele große Veranstaltungen im Park stattfinden werden, die Möglichkeiten dafür sollten aber vorhanden sein. In dem Zusammenhang kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Anwohner über Lärm beschweren. Sie müssen nur früh informiert und einbezogen werden.

Rita Bach: Die Feste im Park waren immer sehr schön, das war eine tolle Zeit. Momentan findet sich aber kaum jemand, der solche Veranstaltungen organisiert. Um aber auch in Zukunft zumindest die Möglichkeit zu haben, den Park als Festgelände zu nutzen, sollten ausreichend dimensionierte Medienträger für Strom und Wasser vorhanden sein. Auch einen Wasserspielplatz für Kinder könnte ich mir vorstellen. Auch fände ich es schön, wenn die Weihnachtspyramide wie bisher ihren Platz finden würde.

Gunar Schreiter: Die Idee einer für Veranstaltungen nutzbaren Wiese, auf der etwa ein Festzelt aufgebaut werden kann, ist gut, und ich will das auch nicht schlechtreden. Wir müssen uns aber die Frage stellen, wer dann was macht.

Gerd Glöckner: Das Ehrenmal wird derzeit zweckentfremdet. Für sommerliche Partys und Grillen ist es nicht gedacht. Meiner Meinung nach könnten die Tafeln, die an vermisste Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkrieges erinnern, hier entfernt und am Ehrenmal in Nennigmühle angebracht werden. Eine Fläche für Veranstaltungen sollte im umgestalteten Park vorhanden sein.

Hannelore und Eberhard Dietze: Den Rückschnitt von Bäumen begrüßen wir. Aus unserer Sicht sollten auch Hundetoiletten angebracht werden. Zudem sollte bei Veränderungen an Wegen bedacht werden, dass diese derzeit vereinzelt illegal von motorisierten Zweirädern genutzt werden.

Andreas Wolfram: Gestaltungselemente wie die Bronzefiguren kosten ja Geld. Dieses wäre meiner Ansicht nach in weiteren Spielgeräten besser investiert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...