Im Gewerbegebiet "Am Federnwerk" wird wieder gebaut

Um das Wachstum der vergangenen Jahre fortzusetzen, investiert die Firma Gäfgen mehrere Hunderttausend Euro in einen Anbau. Nicht nur die Fertigstellung soll 2020 gefeiert werden.

Marienberg.

Mit vier Mitarbeitern hat alles in Marienberg angefangen. "Heute erwirtschaften wir hier jährlich etwa 14 Millionen Euro", sagt Mike Schönherr. Er ist Prokurist und Niederlassungsleiter von Gäfgen. Seit 1991 betreibt der Elektrogroßhandel einen Standort in der Bergstadt. Der soll nun wachsen. Mehrere Hunderttausend Euro fließen in einen Anbau am Sitz im Gewerbegebiet "Am Federnwerk". "Allerdings wissen viele Marienberger gar nicht, was wir hier tun", meint Schönherr.

Gäfgen sei ein mittelständischer Betrieb, der in der dritten Generation familiengeführt wird. Die Gründung erfolgte 1920 inUnnau-Korb im Westerwald. "Zunächst beschäftigte man sich mit Heuaufzügen. Später entwickelte sich die Firma zu einem Elektrohandel", erklärt der Prokurist. Bei gegenseitigen Besuchen der Partnerstädte Marienberg und Bad Marienberg nahe Unnau-Korb habe die Seniorchefin die Bergstadt kennengelernt und sich nach der politischen Wende aufgrund des Bedarfs entschieden, einen zweiten Firmensitz zu eröffnen. Nachdem mehrfach Räume angemietet wurden, erfolgte 1995 der Neubau im Gewerbegebiet "Am Federnwerk".


Mittlerweile beschäftigt Gäfgen an beiden Standorten mehr als 100 Mitarbeiter. Beide Firmensitze arbeiten eng zusammen, betont Schönherr. Als Großhandel konzentriert sich der Betrieb auf Elektroinstallationstechnik, Konsumartikel von Elektrozahnbürste bis Fernseher und erneuerbare Energien. "Wir sind für unsere Kunden Logistiker, führen Dienstleistungen und Planungen aus. Aber wir sind kein Einzelhandelsgeschäft, bedienen Handwerks- und Industriefirmen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen wie das Klinikum Chemnitz", erklärt Schönherr. Einzige Ausnahme: ein firmeneigenes Küchenstudio. Dort beraten, planen und verkaufen die Mitarbeiterinnen auch an Einzelkunden.

In den vergangenen drei Jahren habe Gäfgen in Marienberg den Umsatz enorm steigern können und stoße nun an Kapazitätsgrenzen. "Wir haben schon zusätzliche Flächen angemietet", sagt Schönherr. Um mit der Entwicklung mithalten zu können, soll nun der neue Anbau entstehen. Dem Projekt steht inzwischen nichts mehr im Weg. Die Stadträte haben zur Sitzung des Technischen Ausschusses dem Vorhaben der Firma zugestimmt. "Ich freue mich, dass im Gewerbegebiet ,Am Federnwerk' wieder einmal gebaut wird", sagt Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos).

Derweil sind die Bauaufträge für die 800 Quadratmeter große Stahlhalle bereits vergeben. Läuft alles nach Plan, könnten die Arbeiten Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Im ersten Quartal 2020 soll der Anbau bestückt werden. "Die Arbeitsbedingungen für die Angestellten werden sich dadurch erheblich verbessern - allen voran im Lager", legt Mike Schönherr dar. Neben Lagerlogistikern arbeiten bei Gäfgen Lkw-Fahrer, Vertriebsmitarbeiter, technische Angestellte im Innendienst sowie Büro-, Groß- und Außenhandelskaufleute. "Und wir bilden auch selbst aus", betont der Niederlassungsleiter. Um die steigende Nachfrage aus dem Nachbarland abzudecken, wird ab 1. Juli zusätzlich ein zweiter tschechischer Mitarbeiter bei dem Elektrogroßhandel angestellt.

Die Mitarbeiter der Firma können sich im kommenden Jahr über einen weiteren Höhepunkt freuen. Gäfgen begeht das 100-jährige Bestehen. Das soll mit Belegschaft und Kunden gebührend gefeiert werden. Schönherr: "Für die große Festveranstaltung im Juni 2020 haben wir extra die Marienberger Stadthalle angemietet."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...