Schlachtabfälle am Steinbruch - Behörden alarmiert

Polizei ermittelt nach Kadaverfund bei Waldkirchen

Waldkirchen.

Steffen Weißbach ist Kummer gewöhnt. An der Einfahrt zum Steinbruch Truschbach bei Waldkirchen wird seit Jahren immer wieder illegal Müll abgelegt - von Grasschnitt bis zu alten Autoreifen. Der Steinbruch ist verpachtet. Steffen Weißbach und sein Bruder sind die Eigentümer des Geländes. Inzwischen haben sie es aufgegeben, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. "Das macht eh keinen Sinn."

Am gestrigen Donnerstag zog der Waldkirchener allerdings die Polizei hinzu. Steffen Weißbach spricht von einer großen Sauerei. An der Einfahrt fand er zwei Schafsköpfe samt Innereien und Fell - Schlachtabfälle. Sein Sohn ist sich sicher, dass die Tiere geschächtet wurden - ein betäubungsloses Schlachten, das in Deutschland grundsätzlich verboten ist. Seine Vermutung stützt er auf den Umstand, dass am Mittwoch das viertägige Opferfest der Muslime zu Ende ging. Wobei es Brauch ist, ein Lamm oder ein anderes Opfertier nach islamischen Regeln auszubluten, weil Blut im Islam als unrein gilt. Die Ohrmarken fehlten, und das Fleisch sei komplett herausgeschnitten worden.


Bislang gibt es keine Bestätigung, dass die Tiere tatsächlich geschächtet wurden. Beamte seien am Morgen mit Vertretern des Veterinäramtes des Erzgebirgskreises vor Ort gewesen, bestätigte Jana Ulbricht, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz. Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz seien eingeleitet worden. Zudem werde geprüft, ob auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Die Vertreter des Veterinäramtes haben die Reste zur Untersuchung mitgenommen. Noch keine Erkenntnisse liegen laut Polizeisprecherin über die Herkunft der Schafe vor. Ähnliche Fälle aus der jüngeren Vergangenheit seien im Marienberger Raum nicht bekannt.

Neben Waldkirchen gibt es offenbar einen weiteren Fundort in Lugau, ergab gestern eine Nachfrage im Landratsamt. Wegen der laufenden Ermittlungen könnten dazu keine weiteren Angaben gemacht werden. Zwei Anfragen zu Schächtungen sind dieses Jahr eingegangen, teilt die Behörde auf Anfrage weiter mit. In beiden Fällen sei das betäubungslose Schlachten abgelehnt worden.

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