Schnelles Netz in Eigenregie

Heidersdorf wird den Breitband-Ausbau selbst anpacken und sich nicht dem Modell des Landkreises anschließen. Das hat gute Gründe.

Heidersdorf.

Viele Gemeinde- und Stadträte in der Region beschäftigen sich seit Monaten mit einer Frage: Soll sich die Kommune dem Breitband-Ausbau durch den Erzgebirgskreis anschließen oder die Mammutaufgabe selbstständig übernehmen? In Heidersdorf ist nun zur jüngsten Sitzung der Volksvertreter eine Entscheidung gefallen. Und die erfolgte einstimmig.

Nach mehrfachen Beratungen mit Experten haben sich die Räte dazu entschlossen, dass die Gemeinde die Herausforderung selbst angeht und nicht in die Hände des Landkreises gibt. Das bedeutet, dass die Kommune in Eigenregie Leerrohre im Ort bis zu allen Verbrauchern verlegen lässt und diese anschließend an ein Telekommunikationsunternehmen vermietet. Bis 2021 sollen so 290 Anschlüsse geschaffen werden. Aktuell wird mit Kosten von rund 1,89 Millionen Euro gerechnet. Der Breitband-Ausbau wird zu 100 Prozent gefördert.


Bürgermeister Andreas Börner hebt die Notwendigkeit des Glasfasernetzes als schnelles Übertragungsmedium hervor. Er betont, es sei ein Riesenprojekt für Heidersdorf. Nichtsdestotrotz nennt er gute Gründe, warum sich der Gemeinderat für dieses Modell entschieden hat. Denn im Ort gibt es bereits einige Haushalte, in denen mit von der Telekom zur Verfügung gestellten Anschlüssen mit 30 Mbit pro Sekunde und mehr im Internet gesurft werden kann. "Nach einer neuen Einschätzung wären diese Haushalte beim Kreismodell ausgeklammert worden und auch für die Zukunft für einen weiteren Ausbau nicht mehr förderfähig. Das wollen wir nicht", erklärt Börner.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...