Das Opfer wird doppelt missbraucht

Ein minderjähriger Flüchtling steht in Freiburg unter Mordverdacht

Der Mord an einer jungen Frau in Freiburg ist ein entsetzliches Verbrechen. Der Täter ist vermutlich ein 17-Jähriger aus Afghanistan. Er kam als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling im vorigen Jahr nach Deutschland und wurde in einer Pflegefamilie aufgenommen. Sollte das Gericht die Ermittlungsergebnisse der Polizei bestätigen, dann hat diese Familie einen Mörder beherbergt.

Es ist menschlich, dass wir uns mit dem Opfer identifizieren. Wir empfinden Schrecken und Verzweiflung, wollen, das Maria L. weiter leben soll. Dass ihr von einem Gewalttäter die Zukunft genommen wurde, macht wütend. Es schnürt einem die Kehle zu, daran zu denken, dass es auch die Eigenen hätte treffen können. Gefühle dieser Art sind still, tief und wichtig. Sie zeigen uns für einen Moment, wer wir sind.

Sie zeigen uns aber auch, wer wir nicht sind. Denn die Kerzen auf dem Sarg waren noch nicht verloschen, da wurde der Fall durchs Netz gefleddert und das Opfer ein zweites Mal missbraucht. Diesmal für eine politische Agenda. So benötigte ein Dresdner Rechtsanwalt kein Gericht, um nach kurzer Nachrichtenlektüre festzustellen, dass Merkel an dem Fall die "Hauptschuld" trage. Und dass die "Willkommenskultur tödlich" sei. Ein anderer hetzte bei Twitter: "Freiburg bekam geliefert, wie bestellt!" Das Opfer, Maria L., hatte sich nach Medienberichten für Flüchtlinge engagiert. Was würden die, denen angeblich an Werten liegt, ihr nachrufen, wenn sie es noch hören könnte: "Selber schuld"?

Dass eine Frau erneut von einem Mann erniedrigt und sogar ermordet wurde, ist ihnen nicht das Wichtigste an dem Fall. Vielmehr wird von interessierten Kreisen daran gearbeitet, den Diskurs über sexuelle Gewalt vollends in den Rahmen der Flüchtlingsdebatte zu stellen. Das Ziel ist klar: Den eigenen Fremdenhass zu pflegen, die eigene Agenda voranzubringen und die vielen Menschen in unserer Gesellschaft zu verunsichern und herauszufordern, die für Gastfreundschaft eintreten, trotz aller Schwierigkeiten. Nebenbei kriegt die "Tagesschau" ihr Fett weg, die am Samstag nicht über die Festnahme des Migranten berichtet hatte: "Lügenmedien!"

Es ist ein unbestreitbarer Satz, dass die Freiburger Mordtat nicht hätte geschehen können, wenn der mutmaßliche Täter, damals 16-jährig, an der Grenze abgewiesen worden wäre. Aber was wäre dann passiert? Eine andere Frau, an einem anderen Ort? Und wäre das weniger schlimm gewesen? Das Ausländer- und Asylrecht ist zur Verbrechensbekämpfung nur eingeschränkt tauglich. Die Neigung zum Schwerverbrechen ist keine kulturelle Eigenart, das zeigen internationale Statistiken. Und nach Fallzahlen geht die größte Gefahr immer noch von Paarbeziehungen aus, vor allem für Frauen. Die deutsche Kriminalstatistik 2015 nennt 331 Fälle von Mord und Totschlag an Frauen. Täter: der eigene Partner.

Die Freiburger Familie, die den Tatverdächtigen aus Afghanistan beherbergt hatte, trifft keine Schuld. Sie hat die Werte verteidigt, die jener in den Schmutz getreten hat.

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8Kommentare
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  • 4
    1
    BlackSheep
    07.12.2016

    Herr Rozum, Sie missbrauchen das Opfer ein drittes mal. Anstatt über die Probleme zu reden die zu der Tat geführt haben bringen auch Sie nur ausreden. Sie brauchen sich nicht über den Rechtsanwalt aufzuregen der Merkel als die "Hauptschuldige"ausgemacht hat, was machen Sie?`Sie kommen mit der Statistik das die grösste Gefahr für Frauen vom Partner ausgeht. Aber kein Wort darüber das Gefahr für Frauen eben auch von Flüchtlingen ausgeht. Was Sie schreiben ist ein Schlag ins Gesicht des Opfers von Freiburg und der ganzen Opfer von Sylvester und der Vorfälle danach über die ja schon kaum einer berichtet.

  • 3
    1
    aussaugerges
    06.12.2016

    Es geht um 90 % junger Männer die sich hier ihren Kulturkreis schaffen wollten.

  • 4
    1
    maxmeiner
    05.12.2016

    Nicht noch dümmer fragen, als es sich normale Gemüter mit gesundem Gerechtigkeitssinn denken können. Aber das liegt vielleicht in der Natur der absurden Ideologie einer abstrusen und unkontrollierten Willkommenskultur der Mittäter.

  • 1
    4
    61charly
    05.12.2016

    Übrigens hat den Vergleich mit Auto maxmeiner eingeführt.
    Wenn Sie wollen, ersetzen Sie Auto mit Autofahrer.

  • 3
    7
    61charly
    05.12.2016

    "wenn manche nicht da wären, könnten sie auch nichts anstellen?
    Welche "manche"?

  • 9
    1
    Heike67
    05.12.2016

    Hallo Charly, so dämlich kann man doch gar nicht argumentieren. Seit wann hat ein Auto ein Eigenleben. Küchenmesser, Kettensägen usw. auch nicht. Es kommt auf die Menschen an. Da gibt es überall Gute und weniger Gute.
    Fakt ist aber, dass Deutschland keine Aussengrenzen der EU hat. Laut Schengener Abkommen dürften wir gar kein Flüchtlingsproblem haben. Ergo hat jeder Recht, der behauptet, wenn manche nicht da wären, könnten sie auch nichts anstellen.

  • 2
    11
    61charly
    05.12.2016

    An Ihrem Vergleich ist Ihre ganze Unlogik zu erkennen.
    Wäre dieser Flüchtling nicht gekommen, würde die Frau noch leben. Richtig.
    Wäre dieses Auto nicht gekommen, würde der Fußgänger noch leben. Richtig.
    Sie schlußfolgern aber daraus, daß gar keine Flüchtlinge kommen sollen, da dürften aber auch keine Autos mehr kommen.
    Wegen eines Ereignisses soll es also keine Flüchtlinge bzw. Autos mehr geben, da Sie im voraus nicht wissen können, welcher Flüchtling bzw. welches Auto Schaden verursacht..
    Ich warte auf Ihren Aufruf, Autos zu verbieten, durch welche übrigens in D mehrere Tausend Menschen und weltweit über eine Million jährlich direkt sterben.

  • 10
    2
    maxmeiner
    05.12.2016

    Aha, und schon fangen die Pauschalisierungsversuche der begrüßungsbetrunkenen Willkommensjubler an. Ist dem etwa nicht so, daß, hätte man die Tore nicht für Gott und die Welt geöffnet, die junge Frau noch leben würde? Bitte widersprechen Sie mir in dieser Beziehung eindeutig und nicht mit :äh, ja wenn, falls, aber, so kann man das nicht sehen... SO sehe ich das aber, wäre das Auto nicht gekommen, würde der Fußgänger noch leben, vor allem in einer Anliegerzone.



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