Klares Signal

Zum Rausschmiss von CFC-Kapitän Frahn

Fußballkapitäne sind Typen, die vorangehen und Verantwortung übernehmen sollten, besonders in schwierigen Phasen. Zynisch betrachtet, hat Daniel Frahn mit seinem Verhalten dies getan und den i-Punkt auf einen monatelangen selbstzerstörerischen Machtkampf beim Chemnitzer FC gesetzt. Sportlich bedeutet die Entlassung sicher eine Schwächung für die Mannschaft. Aber diese Frage stellt sich überhaupt nicht. Auch nicht, in welchem Kontext Frahn in einem an allen Ecken und Enden ums Überleben kämpfenden Verein gehandelt hat, sondern dass er es getan hat. Ein Mensch, der die Drei im Alter vorn stehen hat, Familienvater und als Inhaber eines Eiscafés in Leipzig Geschäftsmann ist, hat sich in Bezug auf eine harmonisch ausklingende Karriere ein Eigentor geschossen. Unabhängig davon, ob er die politische Haltung besagter Fans teilt, hätte Frahn nur durch Abgrenzung zur Gruppierung seinen Worten vor Monaten Gewicht verleihen können.

Fassungslosigkeit empfinden wohl die beim CFC, die täglich mit anpacken wollen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Die Kündigung eines der wohl bestverdienenden CFC-Profis war zwingend, wenn der Club seine erschütterte Glaubwürdigkeit bezüglich seiner proklamierten Null-Toleranz-Politik gegenüber rechtsgerichtetem Gedankengut wieder zurückgewinnen will. Sicher stellt sich mit dem erneuten Vorfall die Frage, wie effizient die im Frühjahr nach dem ersten Neonaziskandal getroffenen Maßnahmen gewesen sind. Doch nicht nur im Fußball lässt sich schwer in die Köpfe der Menschen schauen. Es bleibt nur eine Konsequenz: Jedweden Tendenzen mit den härtesten, zur Verfügung stehenden Mitteln zu entgegnen. Für dieses Ansinnen hat der Club nun ein klares Signal gesetzt.

Bewertung des Artikels: Ø 3.6 Sterne bei 8 Bewertungen
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...