Bäume am Klugehübel fallen nun einvernehmlich

Neuhausen und der Forst nähern sich beim Birkhuhnschutz und Holzeinschlag an. Die Gemeinde will aber wachsam bleiben.

Neuhausen.

Seit Monaten schwelt der Streit um den Wald am Klugehübel bei Neuhausen, von dem ein Teil für das Birkhuhnvorkommen in der dortigen Region weichen soll. Die Gemeinde Neuhausen, allen voran Bürgermeister Peter Haustein, hatte sich dagegen gewandt und an Sachsens Umweltminister geschrieben, um den Jungwald in dem Bereich zu erhalten. Es sei nicht klar, ob die Maßnahmen für die stark reduzierte Population der streng geschützten Tiere einen Erfolg bringen, begründet er. Grundlage für die Einschlagsarbeiten am Klugehübel ist ein sächsisches Artenschutzprogramm zum Erhalt der wenigen noch existierenden Rauhfußhühner. Der Wald gehört zum Staatsforst, verantwortlich ist der Forstbezirk Marienberg.

Nun scheint es zwischen der Gemeinde Neuhausen und dem Forstbezirk eine Einigung zu geben - ein intensives Gespräch ging dem voraus. Am Donnerstag trafen sich Bürgermeister Haustein und Forstbezirkschef Ingo Reinhold, um sich zu verständigen. Insgesamt soll eine Fläche von 11,3 Hektar bearbeitet werden, hatte das Umweltministerium angekündigt. "Die Fläche, auf der Maßnahmen durchgeführt werden, das ist nicht der Umfang des Einschlags", teilte Ministeriumssprecher Robert Schimke der "Freien Presse" auf Nachfrage mit. Es würden nicht alle Bäume eingeschlagen, sondern die Bestände sollen durch das Fällen - vor allem von höheren Fichten - aufgelichtet werden, heißt es. Laubbäume wie Birken und Ebereschen und teilweise auch kleinere Fichtengruppen sollen laut Ministerium stehen bleiben, sodass eine lockere Waldstruktur entstehe.

Das bestätigte Neuhausens Bürgermeister Peter Haustein nun nach dem jüngsten Gespräch mit dem Forstbezirkschef. "Wichtig ist für uns, dass es keinen Kahlschlag geben und der Waldcharakter erhalten bleiben soll", erklärt Haustein zu den geplanten Maßnahmen. Gefällt würden dennoch mehr als die Hälfte der Bäume. Es gibt aber nach seinen Worten in dem Gebiet bereits eine kahle Fläche, die als Balzplatz für die Birkhühner gilt - diese benötigen einen derart aufgelichteten Lebensraum. Obwohl vor allem größere Fichten fallen sollen, blieben punktuell kleinere Bäume wie auch Baumgruppen meist als Mischwald erhalten. Haustein: "Damit können wir leben. Wir wollen uns ja dem Artenschutzprogramm nicht entgegenstellen." Dennoch bleibt der Bürgermeister, der selbst Mitglied der Arbeitsgruppe zum Schutz des Birkhuhns ist, kritisch: "Wir werden an dem Thema dranbleiben, die Situation um die Tiere die nächsten zwei bis drei Jahre beobachten. Das gilt auch für die Arbeiten am Klugehübel."

Bis Ende November schon sollen die Forstarbeiten einschließlich Holzeinschlag am Klugehübel abgeschlossen sein, wie Forstbezirksleiter Ingo Reinhold sagt. Er bestätigt nicht nur die Einigung im Gespräch mit Neuhausens Bürgermeister. Auch mit den Ornithologen, die am Erzgebirgskamm tätig seien und sich um den Birkhuhnschutz mühten, habe es Gespräche gegeben. "Für dieses Jahr bleibt es bei den angekündigten Arbeiten, alles andere wird abzuwarten sein", fasst Ingo Reinhold zusammen. Der Holzeinschlag und die weiteren Arbeiten bei Neuhausen würden in Verantwortung des Forstbezirkes von einem privaten Unternehmen ausgeführt.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.