Bieberteich taugt allein nicht für Flutschutz

Stollen könnte Wasser vom Großen Hüttenteich direkt in die Mulde leiten

Freiberg.

Die Stadt Freiberg muss ihr Hochwasserschutzkonzept umstricken. Die ursprüngliche Idee, den Bieberteich im Stadtteil Zug als Hochwasserrückhaltebecken auszubauen, lässt sich nicht wie geplant umsetzen. Wie aus den vorab von der Stadtverwaltung im Internet veröffentlichten Unterlagen für die morgige Stadtratssitzung hervorgeht, ist der Anstau im Bieberteich "als einzige Hochwasserschutzmaßnahme zur Erreichung des Schutzziels HQ100 für Freiberg kaum oder nur mit extrem hohen finanziellen Aufwendungen erreichbar". Der Begriff HQ100 steht für ein Hochwasser, das im statistischen Mittelwert alle 100 Jahre auftritt. Es handelt sich dabei um eine rechnerische Wassermenge. In der Realität können sogenannte "Jahrhundertfluten" auch binnen weniger Jahre aufeinander folgen und höhere Wasserstände erreichen als die theoretische 100-er Marke - das haben die Hochwasser von 2002 und 2013 gezeigt.

Tiefbauamtsleiter Tom Kunze schlägt den Stadträten nunmehr vor, bergmännisch einen Überleitungsstollen vom Großen Hüttenteich in Berthelsdorf voranzutreiben, über den das Wasser letztlich in die Freiberger Mulde eingeleitet wird. Zudem soll der Bieberteich mit minimiertem Stauvolumen als Hochwasserrückhaltebecken hergerichtet werden. Es habe sich gezeigt, dass die ursprünglich anvisierte Kapazität aufgrund der geologischen Gegebenheiten sowie der Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie und des Naturschutzes kaum erreicht werden könne.

Der Stadtrat tagt morgen ab 16 Uhr im Rathaus am Obermarkt. Die Sitzung ist öffentlich; zu Beginn gibt es auch eine Fragestunde für Einwohner.

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