Coronaregeln: Festival steht in der Kritik

Beobachter monieren Ablauf bei Streetfoodmarkt

Mittweida.

Für die Stadt war das erste Streetfood-Festival in Mittweida ein Erfolg. "Das durch die Döbelner Getränkevertriebs GmbH als Veranstalter beim Gesundheitsamt eingereichte Hygienekonzept hat sich grundsätzlich bewährt", sagt Frank Schleußing vom städtischen Sport- und Kulturbetrieb. Am letzten Punkt zweifelt eine Altmittweidaerin. Zwar sei der Einlass reguliert worden. "Aber nur, weil es so überfüllt war, dass nirgendwo mehr einer reingepasst hätte. Die Menschen standen dicht an dicht - alle ohne Mundschutz." Bürgerkritik auch auf der Internetseite der Stadt: "Hygienekonzepte werden nicht ansatzweise eingehalten."

Michael Köhler, Geschäftsführer der Döbelner Getränkevertriebs GmbH, weist die Kritik zurück. Am Ein- und Ausgang seien die Besucher gezählt worden. So sei sichergestellt, dass zu keiner Zeit mehr als die vom Gesundheitsamt genehmigten 400 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände waren. Jedem Besucher hätten vier Quadratmeter Platz zur Verfügung gestanden. "Der Mindestabstand konnte also immer gewahrt werden", betont er. "Die Veranstaltung fand unter freiem Himmel statt. Eine Maske wäre nur nötig gewesen, wenn der Mindestabstand nicht hätte gewahrt werden können." Dass auf dem gesamten Gelände dichtes Gedränge war, sei nicht wahr. Als am Samstag der Besucherandrang so groß war, dass die Maximalzahl von 400 Personen gesprengt worden wäre, sei ein an-derthalbstündiger Einlassstopp verhängt worden. Zwar räumt Köhler ein, dass sich teils Gruppen bildeten, die Abstände nicht wahrten. Laut Coronaverordnung sind allerdings Treffen mit bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Hausständen auch ohne Mindestabstand erlaubt. Spuckschutz durch Scheiben an den Foodtrucks und Ständen sei installiert worden. Auch mussten Besucher Kontaktdaten hinterlassen.

Laut OB Ralf Schreiber habe es auf dem Gelände 15Desinfektionsspender plus einen weiteren je Verkaufsstand gegeben. Tische seien regelmäßig desinfiziert und Durchsagen zu Coronaschutz gemacht worden. Die Gäste hätten sich "zu 99 Prozent" an Auflagen gehalten. Die Stadt schätzt, dass pro Tag etwa 1200 Besucher vor Ort waren. Das Landratsamt bestätigte, dass ihm ein Hygienekonzept vorlag. Die Einhaltung dessen Auflagen sei nicht vor Ort kontrolliert worden. (lkb)

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