Das Gebäude Mönchsstraße 5

Freiberg.

Das Haus steht direkt an der Stadtmauer, die dessen nördliche Gebäudewand bildet. Ursprünglich erstreckte es sich etwa 4,5 Meter weiter. Man kann die frühere Größe noch an einem Rücksprung und Balkenlöchern in der Stadtmauer erkennen.

Das schlicht gebaute Haus wurde um 1560 als Wohnhaus errichtet. Spätestens ab dem Dreißigjährigen Krieg nutzte man es als "pestilential hauß". Deshalb wurde es nicht wie die anderen an die Stadtmauer gebauten Wohnhäuser abgebrochen. Auf Befehl von Kurfürst Johann Georg I. aus dem Jahr 1634 waren alle an der Stadtmauer errichteten Gebäude aus verteidigungstechnischen Gründen zu beseitigen.

Während der Westgiebel und die südliche Wand aus Gneisbruchsteinmauerwerk bestehen, weist der Ostgiebel Misch- und Ziegelsteinmauerwerk auf und wurde später eingefügt. Wahrscheinlich kam es zu diesem Neubau bei der Beseitigung von Schäden aus dem Dreißigjährigen Krieg. In der Folge diente das Gebäude Nummer 5 ersatzweise als Turm der stark beschädigten Ringmauer. Im 19. Jahrhundert nutzte man es zusammen mit dem sogenannten alten Findelhaus Mönchstraße 3 als Krankenhaus und später als Wohnung für Arme.

Das Gebäude wird immer wieder fälschlicherweise als Wig- oder Wiekhaus bezeichnet. Das wichtigste Merkmal dieser auch als Kampfhäuschen bezeichneten Bauwerke war ihr weites Vorspringen vor die Stadtmauer, um die Mauerabschnitte links und rechts bestreichen zu können. Das war aber bei dem innen an die Stadtmauer angebauten Haus nicht möglich.

Es handelt sich um das letzte erhaltene Freiberger Bürgerhaus, das direkt an die Stadtmauer gebaut ist. In den Jahren 2005/07 wurde es saniert und ist heute wieder bewohnt. (eva)

Quelle: Uwe Richter, Flyersammlung der Stadt Freiberg. Nachzulesen unter www.freiberg.de, Bauen und Wohnen, Denkmalschutz.

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