Edeka: Pläne tun der Altstadt nicht weh

Der Regionalleiter tritt Befürchtungen entgegen, ein neuer Markt an der Leipziger Straße könnte zu Lasten der Händler im Freiberger Zentrum gehen.

Freiberg.

Wenn heute der Freiberger Stadtrat 16 Uhr zur turnusgemäßen Sitzung zusammenkommt, wollen viele Händler auch dabei sein. Sie hoffen, den ein oder anderen Stadtrat auf ihre Seite ziehen zu können. Auf der Tagesordnung steht ein Vorhaben, dem sie kritisch gegenüberstehen. Die Räte sollen, so schlägt die Verwaltung vor, die Planung für einen 2000 Quadratmeter großen Edeka-Markt an der Leipziger Straße auf den Weg bringen. Viele Mitglieder des Gewerbevereins der Stadt befürchten, die Altstadt könnte veröden, wenn diese Gedanken Wirklichkeit werden. So Chefin Anke Krause, deren Mann aktuell selbst eine Einzelhandelsinvestition in der Gerberpassage angeht. Sie stellte den Stadträten einen Forderungskatalog des Vereins zu.

Im Gespräch mit der "Freien Presse" hat nun Toni Kunze, Regionalleiter Expansion bei Edeka, diese Befürchtungen als nicht zutreffend bezeichnet. Der geplante Markt an der Leipziger Straße werde dem Handel in der Innenstadt nicht schaden, sagte Kunze auf Anfrage. "Wir sprechen ganz andere Kunden an als die Innenstadthändler", sagte Kunze. So kämen die Leute aus dem Freiberger Nordenschon bislang kaum in die Altstadt zum Einkaufen.

Die Pläne des Edeka-Marktes sehen ihm zufolge ein "klassisches Vollsortiment" vor - mit mehr als 90 Prozent Lebensmittel. Dabei setze Edeka auf "relativ hohe Kundenbindung im nahen Umfeld". Die vorgesehene Verkaufsfläche sei notwendig für die Zufriedenheit der Kunden in der unmittelbaren Umgebung. "Wir wollen eine qualitative Nahversorgung - nicht mehr und nicht weniger."

Edeka sei an einer funktionierenden Freiberger Innenstadt sehr gelegen, versicherte Toni Kunze. Das sei auch daran erkennbar, dass am Standort kein weiterer Fachmarkt vorgesehen sei. Kunze: "Wir bauen nur unseren Markt und sonst nichts."

Weiterhin verwies Kunze auf das bevorstehende Planungsverfahren, bei dem das Vorhaben geprüft wird und Stellungnahmen berücksichtigt werden. "IHK und Stadt gucken genau hin", sagte Kunze. Zur Frage, welche Investitionen Edeka nun an seinem Standort am Unicent im Stadtteil Wasserberg plane, hielt sich Kunze bedeckt. Um die Frage zu beantworten, brauche es noch etwas Zeit.

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1Kommentare
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    franzudo2013
    07.09.2018

    Im normalen Leben wäre eine verbindliche Aussage zum Unicent Bedingung für den Beschluß Leipziger Straße. Nur Stadträte und ein Herr Krüger vertrauen auf die gute Fee und lassen sich die Märchen von den nicht zutreffenden Befürchtungen erzählen. Und wenn sie nicht abgewählt werden, dann machen sie so weiter.



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