Ein Sammler auf den Spuren der Schätze des Erzgebirges

Der Mineralienfreund Jörg Kasiske präsentiert auf Facebook seine schönsten Stufen und Kristalle aus der Region, auch aus dem Freiberger Revier. Doch wie gefährlich ist das Schürfen eigentlich?

Annaberg-Buchholz/Freiberg.

Das Erzgebirge ist reich an Schätzen und Geschichten. Das alles kommt, wie ein Sprichwort sagt, vom Berge her. Einer, der sich dem Sammeln der besonderen Schätze des Erzgebirges verschrieben hat, ist Jörg Kasiske aus dem vogtländischen Obertriebel.

Begonnen hat alles vor mehr als 40 Jahren. Damals half Kasiske als Achtjähriger einem älteren Herrn beim Tragen der Einkaufstaschen. Angekommen im Hause des Seniors funkelten dort zahlreiche Steine, Stufen und Mineralien. Die umfangreiche Sammlung beeindruckte Kasiske damals ebenso wie der Pyrit, den er zum Dank für seine Hilfe erhielt. Fortan war er ein oft gesehener Gast im Hause des älteren Nachbarn. So brachte der kleine Pyritkristall - im Volksmund auch Katzengold genannt - eine Sammelleidenschaft ins Rollen.

Besonders abgesehen hat es Jörg Kasiske auf Mineralien des Erzgebirges und des Vogtlands. Zu DDR-Zeiten waren diese Stücke noch weit einfacher zu bekommen. Mittlerweile ruht der Bergbau im Erzgebirge weitestgehend, und die Wismut rekultiviert nach und nach die Hinterlassenschaften. Viele Fundstellen sind erloschen oder als technisches Denkmal unter besonderen Schutz gestellt. Bevor mitunter mannestief geschachtet werden kann, bedarf es heutzutage einer guten Vorbereitung - vor allem aber der Absprache und Genehmigung des Grundstückseigners, sagt Kasiske.

Wird ein Fundgebiet zu bekannt, zeigt sich zuweilen auch die dunkle Seite des Hobbys. Wie in vielen anderen Branchen gibt es auch unter den Mineraliensammlern schwarze Schafe, weiß der Mann aus Obertriebel. Nur bedacht auf den schnellen Sensationsfund halten sie sich an keine Regeln und verursachen mitunter beachtliche Schäden. Dieses unüberlegte Vorgehen schadet nicht nur dem Ruf aller Sammler, es ist zudem auch gefährlich, betont Kasiske. Er selbst berichtet von einem Erlebnis, als vor einigen Jahren ein junger Mann ohne Sicherung wild in einem Steinbruch schürfte, bis sich ein Steinschlag löste. "Der Junge war ohne Helm unterwegs und wurde am Kopf so schwer verletzt, dass er noch heute im Koma liegt."

Vor den Gefahren des wilden Schürfens warnt auch Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing (parteilos). Vor zwei Jahren hatten unbekannte Mineralienjäger durch Grabungen an einer Halde des St. Johannesschachts enorme Schäden verursacht, sodass die darauf befindliche Aussichtsstelle zur Gefahrenzone für Wanderer wurde.

Gleiches bestätigt das Freiberger Oberbergamt. Grundsätzlich ist das Schürfen nach Mineralien nicht verboten, allerdings dürfen an Halden und Restlöchern keine Gefahren entstehen, sagt Oberberghauptmann Bernhard Cramer. Absperrungen oder Einrichtungen zur Gefahrenabwehr dürfen nicht beschädigt werden. Andernfalls drohe ein Ordnungsgeld.

Internet Bilder seiner Sammlung präsentiert Jörg Kasiske auf der Facebookseite "Mineralien aus dem Vogtland und Erzgebirge".

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