Freiberger putzen ihre Stadt

Zum 16. Mal hatten Rathaus und Agenda 21 zum Großreinemachen aufgerufen. Viele Enthusiasten standen dafür zeitig auf.

Freiberg.

Harke, Besen und Schaufel waren am Wochenende gefragte Arbeitsgeräte. Auch in Freiberg machten sich Einheimische aller Altersgruppen beim Frühjahrsputz ans Werk. Von der Stadtverwaltung initiiert und maßgeblich von der Initiative Freiberger Agenda 21 unterstützt, rückten die Frühaufsteher dem Winterdreck, vor allem aber hinterlassenem Müll von Ordnungsmuffeln zu Leibe.

"Im Tierpark startet eine Aktion, genauso wie im Stadtwald, am Bahndamm Richtung Kleinschirma, dazu liefen kleinere Putzvorhaben in Straßenabschnitten, aber auch Bildungseinrichtungen sowie dem Radweg nach Brand-Erbisdorf", erklärte René Otparlik als einer der Organisatoren des Aktionstages. "Zum 16. Mal wurde die Aktion Sauberes Freiberg gestartet. Im Tierpark sind wir das zweite Mal dabei", so der Chef der Initiative. Mit Werkzeug ausgerüstet, machten sich dort knapp drei Dutzend Akteure ans Werk in dem vier Hektar großen Areal. "Vor allem heißt es, Laub zu beräumen", begrüßte Tierpark-Leiter Peter Heinrich die Arbeitswilligen. "Dem rücken wir seit geraumer Zeit zu Leibe, haben allein unter der Woche schon 30 Kubikmeter abgefahren, doch es liegt noch erheblich Naturmaterial im Gelände." Mit Tatkraft dabei war Familie Stefan Kupko. "Wir haben unser Sonnabendfrühstück vorverlegt und wollen mit zupacken. Das macht Sinn und in Gemeinschaft auch Laune", sagte der Familienvater und Opa. In Nachbarschaft zur Einrichtung wohnend, weiß er das Kleinod als Ausflugsziel mit seinen Enkeln zu schätzen.

Pünktlich zu früher Stunde vor Ort waren auch fünf Schüler des Förderzentrums "Käthe Kollwitz". "Wir haben uns unter der Woche schon mit dem Frühjahrsputz beschäftigt, wollen nun Taten folgen lassen", so Betreuerin Carola Vogel.

Statt wie sonst ihre Beine zu trainieren, setzten die Athleten des Projektes "Mitlaufgelegenheit Freiberg" beim Laubberäumen auf ihre Armkraft. Dreimal wöchentlich mit Koordinator Stefan Benkert unterwegs, lenkten 15 Akteure ihre Schritte nun in den Tierpark. Nicht minder aufgeschlossen machten sich Einheimische im Stadtwald ans Ordnung schaffen. Mit wenig Verständnis für die Müllverursacher, aber auch mit einer Portion Ärger auf Verkehrsplaner und Politiker, machte sich Jörg Tusch mit Verbündeten ans Werk. "Unser Stadtwald ist ein herrlicher Flecken der Erholung. Bleibt die Frage, wie lange noch", fragte er mit Blick auf die geplante Ortsumgehung. Vertreter von BUND und Pro Wald hatten daher Flugblätter mitgebracht, auf denen sie auf die Nachteile dieses Straßenbauvorhabens verweisen.

Ungeachtet der Diskussionen sammelten Charlotte und Josy ungezählte Flaschen aus dem Unterholz. Auch Bierdosen, Verpackungsmaterial, Stoffreste und manch anderes Utensil beförderten die 13-Jährigen an den Sammelplatz. "Der Wald ist unser Lebensraum. Schlimm, was Zeitgenossen da wegwerfen", so ihre Verärgerung.

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