Gänsehaut-Momente bei Silbermanntagen

In Cämmerswalde und Marienberg zollten Musikfreunde am Wochenende den Akteuren mit stehenden Ovationen ihr Lob.

Cämmerswalde/Marienberg.

Vollgepackt und intensiv war das erste Festivalwochenende der Silbermann-Tage 2019. Es waren vor allem zwei Veranstaltungen außerhalb des Silbermann-Zentrums Freiberg, die für Gänsehaut-Momente sorgten. Bereits am Freitag war in der Dorfkirche von Cämmerswalde das Capricornus Consort Basel zu Gast. "Zum Gipfel!" hieß das Konzert und spielte damit nicht nur auf die Höhenlage des Ortes an, sondern zu Recht auch auf die außergewöhnliche musikalische Qualität des Ensembles. In absoluter Minimalbesetzung - vier Streicher und Cembalo - erschufen die Musiker einen Klang, der an die Fülle eines Orchesters erinnerte und gleichzeitig absolut transparent blieb.

Auch der junge Organist Johannes Krahl, der 2017 spektakulär als jüngster Preisträger überhaupt den Internationalen Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb gewonnen hatte, begeisterte das Publikum. Für die knapp 100 Besucher hatte sich der Weg ins Gebirge gelohnt, wie die stehenden Ovationen und Bravo-Rufe bezeugten.

Was genau am Samstag in Marienberg beim angekündigten "Machtkampf Gott/Teufel" passieren würde, wusste vorher wohl niemand so genau - die beteiligten Künstler eingeschlossen. Schon lange war dem Freiberger Domorganisten Albrecht Koch die Idee im Kopf herumgespukt, Petr Ebens Orgelzyklus "Hiob" mit einer Tanzperformance zusammenzuführen. Mit Adam Adasinsky und seinem Derevo-Laboratorium fand er kreative Mitstreiter. Das freie Tanzensemble wurde in St. Petersburg gegründet und arbeitet seit vielen Jahren in Dresden. Die eindringliche Orgelmusik und die packende szenische Umsetzung der Tänzer rissen das Publikum mit. Ulrich Noethen, einer der führenden Charakterdarsteller des deutschen Schauspiels, war für die Lesung der Geschichte eine Idealbesetzung. Unaufgeregt, aber intensiv, war seine Interpretation, die dem Gesamtkunstwerk vor 180 Besuchern in der Marienkirche das I-Tüpfelchen aufsetzte.

Auf ganz andere Art und Weise aufregend ist der Internationale Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb. Seit Samstag läuft die erste Runde in der Freiberger Jakobikirche. Die siebenköpfige Jury - ebenfalls international besetzt - hört an drei Tagen alle 26 Teilnehmer und muss entscheiden, wer es in die nächste Runde schafft. Diese findet am Mittwoch und Donnerstag, jeweils ab 9.30 Uhr, in Langhennersdorf statt. Am Samstag ist dann das große Finale im Dom. Publikum ist willkommen.

www.silbermann.org

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