Helmholtz will in Freiberg 100 Millionen Euro investieren

Der Stadtrat hat den Weg geebnet für den Ausbau des Forschungszentrums an der Chemnitzer Straße. Es ist bereits jetzt von internationalem Rang.

Freiberg.

Für Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) ist "Freiberg das Ressourcenzentrum Deutschlands" - und die Bedeutung der mittelsächsischen Kreisstadt dürfte weiter wachsen. Das Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie Freiberg (HIF) will in den nächsten zehn Jahren rund 100 Millionen Euro in seinen Standort an der Chemnitzer Straße 40 in Freiberg investieren. Das hat Professor Jens Gutzmer als einer der beiden Direktoren des 2011 von der TU Bergakademie Freiberg und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gegründeten Instituts vor dem Freiberger Stadtrat erklärt.

Die Stadträte stimmten daraufhin zu, dem Freistaat das gesamte Areal zwischen Chemnitzer Straße, Brückenstraße und Bahntrasse entweder zu verkaufen oder über ein Erbbaurecht zur Verfügung zu stellen. Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es derzeit sechs Wohnungs- und zehn Gewerbe-/Büromieter auf dem Gelände; die Einnahmen aus diesen Verträgen beliefen sich auf etwa 417.000 Euro pro Jahr. Allerdings würden die Kosten für Bewirtschaftung, Reparaturen etc. diesen Betrag aktuell übersteigen.


Sein Ziel sei ein "Weltklasse-Campus", erklärte HIF-Direktor Gutzmer: "Dafür brauchen wir Möglichkeiten im laborativen und großtechnischen Bereich." Dabei sei die UVR-FIA GmbH "ein guter Nachbar, der am Standort bestehen bleiben soll", beantwortete er eine Frage von Professor Werner Tilch. Der Chef der Fraktion Freie Wähler Mittelsachsen/Initiative Freiberger Sport hatte sich nach den Perspektiven für die auf dem Gelände ansässige Firma erkundigt, die vor allem mechanische Verfahren für die Aufbereitung von Rohstoffen entwickelt.

Wie Professor Gutzmer weiter sagte, soll sein Institut als nationales Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von Technologien zur Sicherung der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit mineralischen und metallhaltigen Rohstoffen auf etwa 350 Mitarbeiter anwachsen. Derzeit zähle das HIF etwa 140 Beschäftigte; etwa 100 davon seien bereits an der Chemnitzer Straße tätig; der Rest in Rossendorf und im DBI-Komplex an der Halsbrücker Straße in Freiberg. Der Direktor bedankte sich zudem ausdrücklich für das Vertrauen, das die Freiberger Stadträte in sein Institut in den Anfangsjahren gesetzt hätten. 2012 hatten sie die millionenschwere äußere Sanierung des Hauptgebäudes des ehemaligen Forschungsinstituts für Aufbereitung (FIA) angeschoben. Der innere Ausbau des Domizils war vom HIF und dem Dresdner Helmholtz-Zentrum getragen worden.

Die Liegenschaft Chemnitzer Straße 40 ist laut Stadtverwaltung Bestandteil des Sondervermögens, welches die Stadt Freiberg in ihrem Haushalt als rechtlich unselbstständige Stiftung "Ehemaliges Stiftsvermögen St. Johannis" führt. Stadtrat Volker Meutzner (Haus/ Grund) hatte mit Verweis auf die Historie gefordert, das Grundstück nicht zu verkaufen, sondern lediglich zu verpachten. Diesem Antrag folgte die Mehrheit der Räte jedoch nicht.

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