Naturschützer streiten um Veranstaltungslogo

Mitgliederwerbung mit harten Bandagen: Wegen "Marktverwirrung" ist der Nabu Sachsen juristisch gegen einen Gahlenzer Verein vorgegangen.

Gahlenz/Leipzig.

Beim Geld höre die Freundschaft auf, sagt der Volksmund. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat bereits blankgezogen, weil er einen "Marktverwirrungsschaden" befürchtete. Dieser Begriff findet sich in einem "Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung", den Nabu-Landeschef Bernd Heinitz beim Landgericht Leipzig gestellt hat. Der Antrag richtete sich gegen den Naturschutzverband Sachsen (Nasa) aus Gahlenz - vertreten durch dessen Vorsitzenden Tobias Mehnert. Auch wenn die Sache ausgestanden ist - ein Nachgeschmack bleibt.

"Bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld, ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten" ließ Heinitz "für jeden Fall der Zuwiderhandlung" androhen. Der Nasa kupfere das Logo "Sächsischer Naturschutztag" ab. Der Nabu richtet die Veranstaltung, die 1995 von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt ins Leben gerufen worden war, seit 2011 aus. Der Nasa wiederum hatte vor kurzem zum ersten "Sächsischen Naturschutzforum" in den Oederaner Bürgersaal eingeladen - und dafür ein fast identisches Emblem gestaltet.

Das sei bewusst geschehen, erklärt Nasa-Chef Mehnert: "Wir wollten zeigen, dass es uns um die gemeinsame Sache Naturschutz geht." Der Nabu sah das anders. Es werde "eine Irreführung über die betriebliche Herkunft der Veranstaltung" hervorgerufen, verwies der Nabu-Fachanwalt auf das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb. Wegen der "besonderen Eilbedürftigkeit" solle ohne mündliche Verhandlung entschieden werden. Es gebe natürlich eine Konkurrenz, erklärt Nabu-Sprecher Philipp Steuer im Rückblick: "Wir brauchen Mitglieder, die uns unterstützen." In ganz Sachsen habe der Nabu etwa 20.000 Mitglieder, so der Pressesprecher. Der Nasa ist zahlenmäßig deutlich kleiner.

Am Ende haben sich beide Seiten geeinigt: Der Nasa durfte das Logo einmalig kostenfrei verwenden. Es sei nicht darum gegangen, so Steuer, "die Arbeit des Nasa zu kritisieren oder zu behindern", aber man wolle "als eigenständiger Verein mit eigenständigen Veranstaltungen wahrgenommen werden."

Nasa-Chef Mehnert ist weiterhin verwundert über das Vorgehen des Nabu. Erstens habe sich der Nabu in seiner Satzung zur Zusammenarbeit mit Verbänden verpflichtet, die Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz betreiben. Und zweitens habe er den Nabu "bisher eher als scheu erlebt", wenn es um gerichtliche Schritte in Sachen Naturschutz "wie etwa bei der Ortsumgehung Freiberg" gegangen sei. Mittlerweile hat er das strittige Logo um den Zusatz "NaSa e.V." ergänzt und beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen lassen.

Laut Bianca Schulz vom Sächsischen Umweltministerium sind dem Nabu für die Organisation des Naturschutztages 2018 reichlich 4600 Euro Zuschuss plus knapp 5900 Euro für die Veröffentlichung eines Tagungsbandes bewilligt worden. Der Nasa dagegen hat seinen Naturschutztag in Oederan laut Tobias Mehnert ohne staatliche Förderung veranstaltet.

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1Kommentare
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    0
    Tauchsieder
    01.08.2018

    Hr. Heinitz sollte sich um die wichtigen Angelegenheiten des Naturschutzes kümmern, dort die geballte (finanzielle) Kraft des NABU einsetzen und nicht irgendwelche Scheingefechte führen. Viele Naturschutzfreunde würde sich über ein stärkeres Engament des NABU bei der Umsetzung naturrelevanter Angelegenheiten und dies auch vor Gericht freuen. Hier kann sich der NABU einen Namen machen und nicht als "Nestbeschmutzer".



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