Neuanfang in der Kreis-CDU - und nun?

Frisch gewählter Vorsitzender soll Umbau an Parteispitze prüfen

Siebenlehn/Freiberg.

Bundestagswahl 2017, regionales Denken, verlorene Bürgermeisterposten, Wahlerfolge der AfD, Debatte um CDU-Werte und Flüchtlingspolitik: Der am Samstag mit 93,1 Prozent der Stimmen als Kreischef der Union und Nachfolger von Christian Rüdiger gewählte Sven Liebhauser (Foto) steht vor einem Berg Arbeit. Der Landtagsabgeordnete warb vor der Mitgliederversammlung in Siebenlehn um Selbstbewusstsein und Zuversicht. Der 34-Jährige will Dialog und Präsenz bei Gesprächen vor Ort und beispielsweise im Internet ausbauen. 2017 werde richtungsweisend, sagte er und unterstrich den Anspruch, bei der Bundestagswahl 2017 mit Veronika Bellmann und Marco Wanderwitz erneut Direktmandate zu erringen. In der Aussprache machten Mitglieder deutlich, dass ihnen vor allem die derzeitige Situation Sorgen bereitet. Ulrike Seyfert aus Eppendorf beschwor ihre Parteifreunde, ihre konservativen Kräfte über Vorurteile hinweg zu bündeln.

Auf eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit des Kreisvorstandes setzt der Freiberger Ortsverband. Auf seinen Antrag hin soll die Spitze der Mittelsachsen-Union bis zur Mitgliederversammlung 2017 dafür Vorschläge vorlegen und eine Reduzierung der Führungskräfte prüfen, um die politische Schlagkraft zu erhöhen, schneller zu Entscheidungen zu kommen und Arbeitsergebnisse zu verbessern. Nach den Vorstellungen der Freiberger könnte es zwei statt derzeit drei Vize-Kreischefs geben. Am Samstag wurden Vize-Landrat Lothar Beier, Bundestagsmitglied Veronika Bellmann und Lichtenaus Bürgermeister Andreas Graf dafür gewählt. Zudem könnte es nach dem Vorschlag aus der Kreisstadt 8 statt derzeit 20 Beisitzer geben. Stadtverbands-Chef Holger Reuter forderte eine offene Richtungsdebatte zum wertkonservativen Profil der CDU, das er zugunsten linker Positionen in Gefahr sieht. Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer, der den verhinderten Landeschef Stanislaw Tillich, vertrat, betonte, es gehe darum, die Wähler mit einem klaren Bekenntnis etwa zu mehr Lehrern und Stärkung des ländlichen Raumes, wieder mehr zu erreichen. "Wir müssen uns wieder unserer alten Stärken besinnen wie innere Sicherheit und Wirtschaft", warb der scheidende Kreischef Rüdiger aus Krummenhennersdorf in einer programmatischen Rede. (grit)

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